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Firma Bugdoll kämpft um Fortbestand der Hafenbahn

Sanierung ist Windor zu teuer

Die Firma Bugdoll kämpft um den Fortbestand der Hafenbahn. Die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft möchte das Schienennetz Ende 2022 stilllegen - und dabei haben Elke und Michael Bugdoll kürzlich erst eine Lok für 1,3 Millionen Euro angeschafft.

Dorsten

, 22.01.2016
Firma Bugdoll kämpft um Fortbestand der Hafenbahn

Michael und Elke Bugdoll mit Horst Hackenthal (v.l.), dem Vetriebsdirektor der Firma Vossloh, die die schwergewichtige Lok "Elmi" ausgeliefert hat.

"Elmi" geizt nicht mit ihren Reizen. 2000 PS treiben die 88 Tonnen schwere Dame an. Bis zu 100 km/h ist sie schnell, doch oft geht es "Elmi" etwas gemütlicher an. Denn ihre Fracht ist ziemlich schwer: bis zu 20 Waggons, beladen mit maximal 55 Tonnen Material für den Gleisbau.

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Der Name der Lok wurde aus den Anfangsbuchstaben von Elke und Michael Bugdoll gebildet. Ein Gag natürlich, der aber zeigt, wie wichtig ihrer Firma die neue Lok ist. "Jetzt reparieren wir nicht nur Gleise im Auftrag der Deutschen Bahn, sondern transportieren auch das Material zum Einsatzort", sagten sie am Donnerstag.

Spezial-Lok kostete 1,3 Millionen Euro

1,3 Millionen Euro hat sich die Firma Bugdoll die mächtige Spezial-Lok kosten lassen. Eine Investition in die Zukunft, die allerdings auf wackeligen Füßen steht. Denn Bugdoll nutzt als einziges von 15 Unternehmen im Gewerbegebiet Ost die Hafenbahn.

Die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft Windor möchte das Schienennetz Ende 2022 stilllegen - der jährliche Sanierungsaufwand ist zu hoch. Eine Generalüberholung der etwa drei Kilometer langen Gleisanlage bis zum Anschluss ans DB-Netz würde nach vorsichtigen Schätzungen sogar rund 1,5 Millionen Euro kosten. Und das, wo doch alle anderen Firmen aus dem Gewerbegebiet überhaupt kein Interesse an der Gleisanlage haben. Windor hat deshalb bereits abgewunken und weiß die politischen Parteien hinter sich. Fährt Michael Bugdoll mit seiner neuen Lok also geradewegs aufs Abstellgleis?

Zuverlässiger Partner

"Wir sind für die Deutsche Bahn und viele Gleisbauunternehmen ein zuverlässiger Partner", betont der Firmenchef. In ganz Nordrhein-Westfalen, aber auch in Süddeutschland sind die 16 Mitarbeiter unterwegs, um das Schienennetz zu flicken, Gleise auszutauschen. Da ärgert es Michael Bugdoll natürlich, wenn ihm vonseiten der Stadt unterstellt wird, er habe kein Interesse. "Richtig ist", sagt Bugdoll, "dass ich im vergangenen Jahr einen Termin mit Windor aus zwingenden beruflichen Gründen abgesagt habe. Auf einen neuen Terminvorschlag warte ich noch immer."

Bereits im Frühjahr 2015 hat Bugdoll nach eigenen Angaben Bürgermeister Tobias Stockhoff und Windor zugesagt, die Hafenbahn zu übernehmen, "aber nur den reinen Oberbau ohne Brücken und Bahnübergänge".

Für 2016 hat er gemeinsam mit Grundstückseigentümer IPE 30 000 Euro für Instandsetzungsmaßnahmen bereitgestellt. "Wer würde wohl Geld zur Verfügung stellen, wenn er kein Interesse am Erhalt einer überlebenswichtigen Infrastruktur hätte?" Bugdoll glaubt weiterhin an eine Lösung und dass er seine Firma nicht Ende 2022 schließen muss. Im Frühjahr liefert die Firma Vossloh eine zweite Lokomotive. "Elmi" bekommt eine Schwester.

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