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Expertenteam untersucht Brücke an der Südheide

Filigran und mutig

Die Maiberger Allee musste für Untersuchungen einer Brücke an der Südheide gesperrt werden. Experten untersuchten Mittwoch das Bauwerk auf seinen Zustand hin.

WULFEN-BARKENBERG

von Von Rüdiger Eggert

, 25.05.2011
Expertenteam untersucht Brücke an der Südheide

Horst Heindel (r.) und Matthias Witzel untersuchen die Spannbetonbrücke an der Südheide in Barkenberg.

„Filigran und mutig“, ist der erste Eindruck von Matthias Witzel, der als sachkundiger Planer in der Instandhaltung und mit der Untersuchung der Brücke 241 (Südheide) beauftragt wurde. Sein Urteil wird über die Zukunft der Brücke entscheiden – entweder muss sie abgerissen oder saniert werden. Gemeinsam mit Horst Heindel untersucht Witzel das etwa 40 Jahre alte Bauwerk. Bohrmehlproben, Sichtkontrolle und ein Testverfahren mit elektrischen Strömen („Wenn es rostet, fließt Strom“, so Witzel) soll Aufschluss über den Zustand der Brücke geben. Die Bauweise der Brücke bezeichnet der Fachmann als mutig. „In den 1970er Jahren waren die Architekten sehr mutig mit ihren Konstruktionen“, sagt Witzel. Bei den Bauwerken geht man allgemein von einer Lebensdauer von 100 Jahren aus, vorausgesetzt, das Bauwerk wird zwischenzeitlich gewartet und saniert. Ist das nicht der Fall, verkürzt sich die Lebensdauer auf 40 Jahre, je nach Beanspruchung.

In Zeiten leerer Kassen wurde laut Matthias Witzel nicht viel in die Erhaltung von Spannbetonbauwerke investiert. Neben Brücken, wie die in Barkenberg, sind Kläranlagen und Parkhäuser, alle vor rund 40 Jahren entstanden, Objekte seiner Untersuchungen. „Ich lebe von Salz und Wasser“, sagt der Diplom-Ingenieur fast scherzhaft. Gerade bei Fußgängerbrücken hat er die Erfahrung gemacht, dass Salz das Eisen im Beton zerfrisst. „Auf Fußgängerbrücken wird im Winter immer intensiver gestreut“, sagt Witzel. Ein Beispiel, dass Beton ein haltbarer Baustoff ist, hat der Fachmann auch gleich parat: „Das Pantheon in Rom wurde auch aus Beton gebaut und ist fast 2000 Jahre alt“, sagt Matthias Witzel. „Aber ohne Eisen“, ergänzt Horst Heindel. Auf das Urteil der beiden hört nicht nur die Stadt Dorsten. Bei Untersuchungen auf der Bonner Hardthöhe wurden etliche Mängel festgestellt, das Verteidigungsministerium lässt das Gebäude erst einmal abstützten.

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