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EnDI-Pleite dreht womöglich den Biogashahn zu

Betreiber ist insolvent

Nach einer schweren Geburt folgte ein abrupter Absturz: Mit dem Insolvenzantrag des Bioenergie-Unternehmens EnDI ist die Zukunft der Biogas-Anlage im Industriegebiet Dorsten-Marl derzeit ungewiss.

DORSTEN

von Von Klaus-Dieter Krause

, 15.11.2013
EnDI-Pleite dreht womöglich den Biogashahn zu

Mit dem schneereichen und harten Winter begannen die ersten Bauverzögerungen. Dazu kamen dann noch einige Planungsänderungen, die für weitere Verzögerungen sorgten. Jetzt ist die EnDI AG insolvent.

Die Anlage war erst in diesem Jahr in Betrieb genommen worden und zählt zu den größten ihrer Art in Deutschland. „Es hat zu lange gedauert und ist zu teuer geworden“, bedauert Indu-Park-Manager Klaus Langenberg die Entwicklung. Tatsächlich hat das Dorstener Projekt offenbar der Unternehmensgruppe aus Halle, die darauf spezialisiert ist, erneuerbare Energien zu gewinnen und zu vermarkten, finanziell das Genick gebrochen.

Denn Anlass für den Insolvenzantrag war insbesondere die Situation der Großbioanlage Dorsten. Deren Inbetriebnahme erfolgte mit fast dreijähriger Verzögerung. Wegen der enormen Investitionskosten ist die betroffene Projektgesellschaft, die EnDI Bioenergy Dorsten, in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. In deren Sog erwischte es jetzt auch das Gesamtunternehmen: Die EnDI AG muss aufgrund eines Haftungsverbundes für die Verbindlichkeiten gerade stehen und sah sich daher in der vergangenen Woche gezwungen, Insolvenzanträge für das Kernunternehmen und sechs weitere Konzerngesellschaften zu stellen. Langenberg hofft aber, dass sich schnell ein neuer Betreiber für die Dorstener Anlage findet: „Angesichts der hochmodernen Technik mache ich mir keine großen Sorgen, dass eine dauerhafte Stilllegung drohen könnte.“ Ähnlich äußert sich auch der vorläufige Insolvenz-verwalter: „Ich sehe gute Chancen für eine Sanierung und den Erhalt von Arbeitsplätzen“, erklärte Lucas F. Flöther. „Die Insolvenzanträge haben keinen Einfluss auf das laufende Geschäft, alle Energieanlagen produzieren ohne Unterbrechung weiter.“ Die Kanzlei des Insolvenzverwalters wolle das Unternehmen fortführen und sanieren.

In Kürze werde Flöther Kontakt zu den Kunden und Hauptauftraggebern der EnDI AG aufnehmen. Das Unternehmen hatte 2012 rund 16 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Nach Angaben des Vorstands ist die Auftragslage vielversprechend. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld bis Ende Januar 2014 gesichert.

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