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Eltern kämpfen für Gleichbehandlung behinderter Kinder

Gemeinsamer Unterricht

DORSTEN Eine Gruppe von Eltern, deren Kinder aufgrund von Behinderung oder aus anderen Gründen sonderpädagogische Förderung benötigen, will sich in Dorsten verstärkt mit den Themen Inklusion und gemeinsamer Unterricht befassen.

von Von Michael Klein

, 03.09.2009
Eltern kämpfen für Gleichbehandlung behinderter Kinder

Michael Baumeister.

Dabei ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Dorstener Kompetenzzentrum und mit den Schulen geplant, die bereits jetzt gemeinsamen Unterricht anbieten. „Wir wollen diese Themen stärker ins Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit rücken und sich zugleich gegenseitig bei der Durchsetzung der Rechte unserer Kinder unterstützen“, erklärt Mit-Initiator Michael Baumeister. „Anders als in den meisten Ländern Europas werden Kinder mit Behinderungen und besonderem Förderbedarf in Deutschland überwiegend in speziellen Förderschulen unterrichtet, oft gegen den Willen ihrer Eltern“, sagt er. Viele Eltern verstünden die Zuweisung zur Förderschule als Ausgrenzung: „Keine noch so gute Förderung kann das gemeinsame Lernen mit anderen Kindern ersetzen. Vom gemeinsamen Lernen profitieren zudem auch die Kinder, die keinen besonderen Förderbedarf haben.“ In Nordrhein-Westfalen hätten fast 90 Prozent der Kinder mit Behinderung nicht die Möglichkeit, in einer Schule gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung zu lernen.

„Die Plätze im gemeinsamen Unterricht reichen in der Regel nicht aus und Schulbehörden sind oft nicht bereit, notwendige Hilfen und Förderungen zu finanzieren“, so Baumeister. „Wer Integration für sein Kind will, muss kämpfen.“ Im Dezember 2008 habe der deutsche Bundestag die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert. „Die Länder habe dieser Konvention im Bundesrat ebenfalls zugestimmt“, sagt Michael Baumeister.

Danach hätten alle Kinder mit Behinderung das Recht auf Zugang zu einem inklusiven Schulsystem in der Primar- und Sekundarstufe: „Dieses Recht hat den Charakter eines Menschenrechtes.“ Michael Baumeister betont: „Inklusion ist nicht identisch mit Integration.“ Zu einer inklusiven Schule gehörten alle Kinder ohne Ausnahme dazu. „Eine Ausgrenzung in Sondereinrichtungen findet nicht statt. Sonderpädagogische Förderung erfolgt in der Schule.“ Die Elterninitiative trifft sich am Donnerstag (17.9.) um 19.30 im Grünen Büro, Halterner Str. 28, 3. Etage, Eingang Ecke Am Katenberg. Interessierte Eltern sind herzlich eingeladen. Anmeldung per E-Mail an michael@mbauweb.de oder telefonisch unter (02362) 951082 (Familie Baumeister)

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