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Ehrenamts-Veteranen werben für mehr Engagement

Podiumsdiskussion

Im Rahmen der „Woche für das Leben“ veranstaltete die Pfarrgemeinde St. Ludgerus am Mittwochabend in der Aula des Marienheims eine Podiumsdiskussion zum Thema „Einsatz mit Gewinn – Lust und Frust am Ehrenamt“.

von Von Helmut Scheffler

, 19.05.2011
Ehrenamts-Veteranen werben für mehr Engagement

Helga Großbodts Bild zeigt Menschen, die sich nach den Mitteilungen des Evangelisten Matthäus für andere einsetzen. Martin Schulze, Eva Chiwaeze und Wilfried von Krosigk (v.l.) berichteten am Mittwochabend im Marienheim über die Bedeutung des Ehrenamtes für die Gesellschaft und für sich selbst.

Die Moderation übernahm Einrichtungsleiter Klaus P. Optenhövel. Drei Diskussionsteilnehmer konnten gewonnen werden. Eva Chiwaeze, die seit fünf Jahren ehrenamtlich in einem ganz anderen Bereich tätig ist, zog es vor, als hauptberufliche Mitarbeiterin der Hospizinitiative Wesel über ihre Erfahrungen mit ehrenamtlichen Mitarbeitern zu berichten. Martin Schulze ist seit über 25 Jahren für die Freiwillige Feuerwehr tätig. Wilfried von Krosigk kennen die Schermbecker vor allem wegen seines Engagements als Presbyter der Evangelischen Kirchengemeinde mit dem Schwerpunkt Finanzen und neuerdings als Vorsitzenden des Seniorenbeirates.

Auf die von Klaus P. Optenhövel gestellte Leitfrage des Abends kam von allen Podiumsteilnehmern ein klares Bekenntnis, dass Ehrenamt einen Gewinn bedeutet – für die Gesellschaft und für den Ehrenamtler selbst. „Es tat sich für mich eine neue Welt auf“, berichtete von Krosigk über seine bisherigen Erfahrungen, die er nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben sammeln konnte. Von Frust war bei keinem auch nur ein Ansatz zu verspüren.

Nach dem Wandel des Ehrenamtes während der Zeit der Ausübung befragt, stellte sich als entscheidende Veränderung heraus, dass die zeitliche Belastungsmöglichkeit des Einzelnen wegen veränderter Bedingungen im Beruf und im Privatleben geringer geworden ist. „Niemand soll als Ehrenamtler krank werden“, bewertete Eva Chiwaeze diesen Trend. Nach „Motivationskillern“ befragt, wirkten Martin Schulzes Darstellungen recht überzeugend.

„Wenn wir bei schweren Unfällen nichts anderes tun können als Leichen zu bergen, dann ist das schon sehr frustrierend“, schilderte Schulze Augenblicke der Enttäuschung, um gleich darauf das „ganz tolle Gefühl“ zu beschreiben, wenn man als Feuerwehrmann einen Menschen retten konnte. „Das Ehrenamt ist kein Auslaufmodell“, betonte Eva Chiwaeze. Als Maßnahmen für die Aufwertung des Amtes wurden Rentenanwartszeiten ebenso genannt wie Testate auf Zeugnissen. Chiwaeze plädierte für die Einführung eines Ehrenamtsmarktes in den Schulen nach dem Muster der bereits etablierten Berufsmärkte.