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Dorsten nimmt mit dem „Großen Zapfenstreich“ Abschied von der Steinkohle

Abschied vom Bergbau

Mit einem Großen Zapfenstreich nimmt die Stadt Dorsten am Donnerstagabend (15. Novenber) auf dem ehemaligen Bergwerksgelände Fürst Leopold Abschied von der Steinkohle.

Hervest

, 15.11.2018
Dorsten nimmt mit dem „Großen Zapfenstreich“ Abschied von der Steinkohle

Hier endete die Kohleförderung vor 17 Jahre, hier ist schon viel Neues entstanden: das Zechengelände Fürst Leopold in Hervest. © Guido Bludau

Dorsten ist schon lange keine Bergbau-Stadt im eigentlichen Sinne mehr. Die Kohleförderung auf Fürst Leopold endete vor mehr als 17 Jahren, der Strukturwandel auf dem Hervester Areal ist inzwischen deutlich sichtbar. Und doch wird 2018 als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem der Steinkohle-Bergbau endgültig zu Ende ging.

Würdige Feier, zu der alle Bürger eingeladen sind

Deshalb laden die Stadt Dorsten und ihre Partner am Donnerstagabend zu einer würdigen Feier alle Bürger ein, die sich dem Bergbau in irgendeiner Form verbunden fühlen. Bernd Tönjes, gebürtiger Dorstener, lange Jahre Vorstandsvorsitzender der Deutschen Steinkohle und der RAG und seit Mai Chef der RAG-Stiftung, hat das kürzlich in einem Interview mit dieser Zeitung so formuliert: „Als Bergmann bin ich da natürlich sehr berührt über das Ende des Bergbaus. Wenn man aus dieser Technologie komplett aussteigt und den Zugang zu heimischen Energiequellen aufgibt, ist das höchst bedauerlich.“

Dorsten hat der Kohle viel zu verdanken

Dorsten hat der Kohle viel zu verdanken. „Der Bergbau hat weiten Teilen unseres Stadtgebiets ein Gesicht gegeben, hat Tausende Bergleute und ihre Familien, Zulieferer und ihre Mitarbeiter ernährt, war ein Motor für das Wachsen unserer Bevölkerung und bleibt sichtbar erhalten mit dem denkmalgeschützten Kernensemble der alten Zeche, in dem heute wieder so viel Leben ist“, sagt Bürgermeister Tobias Stockhoff. „Deshalb ist der endgültige Abschied von der Steinkohleförderung in Deutschland auch für Dorsten eine Wegmarke.“

Dorsten nimmt mit dem „Großen Zapfenstreich“ Abschied von der Steinkohle

Die Schützenkapelle Rhade spielt beim Großen Zapfenstreich“. © privat

Der Festabend beginnt um 19.15 Uhr mit einer ökumenischen Andacht in der Lohnhalle, gestaltet von der evangelischen und der katholischen Kirche in Hervest. Das weitere Programm findet vor der Maschinenhalle statt. Nach dem Einzug der Schützenkapelle Rhade und des Spielmannszuges Holsterhausen-Dorf wird Bürgermeister Tobias Stockhoff die Gäste begrüßen.

Dorsten nimmt mit dem „Großen Zapfenstreich“ Abschied von der Steinkohle

Auch die Musiker des Spielmannszuges Hoslterhausen-Dorf sind mit von der Partie. © privat

Zwei gebürtige Dorstener, Dorothee Feller, Regierungspräsidentin in Münster, und Dr. Heinz-Werner Voß, Direktor des noch bis Jahresende fördernden RAG-Bergwerks in Ibbenbüren, beleuchten in Wortbeiträgen Tradition und Geschichte des Bergbaus und wagen auch einen Ausblick auf die Zukunft. Daran schließt sich die Zeremonie an, die von der Schützenkapelle Rhade und dem Spielmannszug Holsterhausen-Dorf gestaltet wird, an. Im musikalischen Mittelpunkt steht dabei der Große Zapfenstreich, der um 20 Uhr beginnt. Abschließend besteht die Möglichkeit zu Gespräch und Austausch bei einem gemütlichen Ausklang in der Maschinenhalle.

Das ist der „Große Zapfenstreich“: Der Große Zapfenstreich ist das höchste militärische Zeremoniell der Bundeswehr und auch eine besondere Form der Ehrung. Er wird heute abgehalten etwa bei öffentlichen Gelöbnissen, bei Jubiläen sowie zum Abschluss großer Manöver. Besondere Aufmerksamkeit erhalten die Großen Zapfenstreiche bei der Verabschiedung von Bundespräsidenten, Kanzlern und Verteidigungsministern.

Die Zufahrt zum Edeka-Parkplatz ab Kreisverkehr an der Maschinenhalle wird am Donnerstagabend gesperrt, weil auf der Fläche zwischen Maschinenhalle und Leo viele Fußgänger unterwegs sein werden. Die Zufahrt zum Edeka-Parkplatz ist nach Angaben der Stadt an diesem Abend nur über die Einfahrt Halterner Straße möglich.
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