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"Distel" stellte Stacheln auf

Dorsten "Monogamie ist keine Lösung!" Wie erklärt eine Soziologie-Professorin, die im falschen Bett aufwacht, einem fremden Versicherungsberater die Vorzüge des zielgerichteten Beischlafs?

18.11.2007

"Warum sagt unser Vincent immer 'Entschuldigung Vater' und nicht wie andere Kinder 'Fuck off Alter'?" Wie fühlen sich verzweifelte Eltern, die von ihrem Sohn die Rebellion fordern? "Ist Kurt Beck noch SPD oder schon Sesamstraße?" Was ist, wenn der betrunkene Bundestags-Hinterbänkler aus der achtzehnten Reihe beschließt, die ehrlichste politische Rede seines Lebens zu halten?

Diesen und anderen Fragen ging das Kabarett-Ensemble des "Distel Theaters Berlin" in seinem Programm "Hotel Heimat" in der Aula der St.Ursula Realschule nach. Die unterschiedlichsten Charaktere treffen im "Hotel Heimat" aufeinander und versuchen ausweglose oder peinliche Situationen mit abstrusen und provozierenden Haltungen zu meistern. Die Kabarettisten Dagmar Jaeger, Stefan Martin Müller und Michael Nitzel schlüpfen zwei Stunden lang in über 30 Rollen und stellen uns aktuelle Zeitgenossen vor.

Der Student der Philosophie und Kunstgeschichte, der nach dem Studium ein Praktikum bei "Burger King" absolvierte und anschließend ins Taxi-Gewerbe wechselte, sinniert über die "Macht des Wissens" während er eine Maschinenpistole aus seiner Jute-Tasche zieht und das Magazin einsetzt.

Ärzte operieren im "Hotel Heimat" da Operationssäle zu teuer sind, und stellen fest, dass die "Götter in Weiß" zu "Sklaven in Grün" wurden und die Diskussion über Sterbehilfe überflüssig geworden ist seitdem es die neue Gesundheitsreform gibt

Kluge Unterhaltung

. "Links, noch ein wenig links, jetzt geradeaus, siehst du die runde Öffnung, das ist die Waschmaschine." Eine Karrierefrau erklärt dem daheim gebliebenen Ehemann am Telefon, wie er den Haushalt bewältigt, da sie nicht bereit ist, nur Hausfrau zu sein und elf Kinder in die Welt zu setzen, um eine Rente zu erhalten, die auf Sozialhilfeniveau liegt.

"Hotel Heimat" bietet kluge und kurzweilige Unterhaltung, die amüsiert und zum Nachdenken anregt. Schräge Typen halten der Gesellschaft den Spiegel vor. Ein Programm mit doppelten Boden, immer auf hohem Niveau, das viele Fragen stellt, auf die es keine Antworten gibt. Oder, um es mit den Worten des Pfarrers im "Hotel Heimat" auszudrücken: "Gott wird die Gründe kennen, nur wir würden sie auch gerne wissen." Ralf Pieper

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