Diskussion um Nährwert-Ampel hält an

Kennzeichnung von Fetten und Zucker

Verbraucherorganisationen werben um eine verbindliche gesetzliche Regelung, Lebensmittel nach ihrem Nährwert zu kennzeichnen. Erste Firmen ziehen mit, das Ministerium ist zurückhaltend.

12.04.2019, 11:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Diskussion um Nährwert-Ampel hält an

Der Nutri-Score ist ein von unabhängigen Wissenschaftlern entwickeltes Kennzeichnungssystem für Lebensmittel mit einer fünfstufigen Farbskala von A (dunkelgrün) bis E(dunkelorange). © pa/obs bofrost

Für alle verpackten Lebensmittel gilt seit Ende 2016 in der EU, dass die darin enthaltenen Nährwerte gekennzeichnet werden müssen. Bezogen auf 100 Gramm muss aufgeführt werden, wie viel Salz, Kohlenhydrate, Fett und Zucker darin enthalten sind. Das steht aber oft nur klein auf der Rückseite der Packung. Verbraucherorganisationen, darunter Foodwatch und der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), fordern schon seit Jahren eine deutlich sichtbarere Kennzeichnung wie bei der sogenannten Nährwertampel, mit einer fünfstufigen Farbskala von grün bis rot mit den Buchstaben A bis E.

Die Nährwertampel stand bereits 2009 in der EU zur Debatte, die Industrie wehrte sich jedoch erfolgreich gegen eine EU-weite Einführung. Unter dem Namen Nutri-Score ist das System im Nachbarland Frankreich auf freiwilliger Basis weit verbreitet. „Wir halten das ,Nutri-Score‘-System für das beste und würden uns wünschen, dass es EU-weit verpflichtend eingeführt würde“, sagt Isabelle Buscke vom VZBV. In Deutschland lehnte Bundesverbraucherschutzministerin Julia Klöckner (CDU) eine gesetzliche Regelung bisher ab. Man wolle mögliche Modelle zunächst prüfen, hieß es.

Seit Anfang des Jahres hat das Unternehmen Danone den Nutri-Score eingeführt und erste Produkte damit gekennzeichnet. Auch der Tiefkühlanbieter Iglo hat angekündigt, schrittweise seine Produkte mit der Nährwert-Ampel auszuzeichnen.

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