Digital-Campus erweitert sich um ein Innovationsforum für Virtuelle Realität

dzInnovationen in Nordkirchen

Ein Innovationsforum am Digital-Campus Nordkirchen will als Netzwerk die Entwicklung von Virtueller Realität vorantreiben. Die Gemeinde denkt auch an einen Nutzen für Touristen oder in der Inklusion.

Nordkirchen

, 01.09.2020, 09:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine virtuelle Karte für Touristen durch die Gemeinde Nordkirchen, hält jemand das Handy vor eine Statue am Schloss erzählt ein virtueller Erzähler die Geschichte der Figur, das Handy zeigt wie historische Gebäude früher ausgesehen haben, während man davor steht oder ein Bauarbeiter wird per Videobrille durch eine Reparatur begleitet: Solche und viele weitere Anwendungen könnte es in ein paar Jahren mit Virtuellen Realitäten geben. Am Digital-Campus an der Aspastraße sollen sich künftig Experten zu dem Thema Virtual, Augmented und Mixed Reality miteinander vernetzen und austauschen. Deshalb hat sich der Digital-Campus jetzt um das XR-Innovationsforum erweitert.

Netzwerk für die Entwicklung nötig
Begriffe

Zwischen Computer und Wirklichkeit

  • Augmented Reality (Erweiterte Realität/AR): ist die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Meist ist dabei das Sehen gemeint. Bilder oder Videos werden dabei mit Einblendungen und Zusatzinformationen versehen, etwa wenn bei Fußball-Übertragungen bei einem Freistöß die Entfernung mit einer Linie angezeigt wird. Wird auch bei speziellen Brillen genutzt, die dem Träger zusätzliche Informationen anzeigen, wenn er sich in der realen Umgebung bewegt.
  • Virtual Reality (Virtuelle Realtiät/VR): eine computergenerierte Umgebung, die die Wahrnehmung in Echtzeit von virtuellen Begebenheiten möglich macht. Wird beispielsweise bei Videospielen mit speziellen Brillen genutzt, die den Nutzer sich scheinbar in einer anderen Welt bewegen lassen.
  • Mixed Reality (Vermischte Realtität/MR): Der Begriff fasst alles zusammen, was die natürliche Wahrnehmung des Nutzers mit einer künstlichen Wahrnehmung vermischt.

Der Anstoß, das Innovationsforum zu gründen, stammt von Thomas Gornas. Er ist Gründer des Startups AugmentLabs, das sich mit Virtual und Augmented Reality (VR und AR) beschäftigt und am Digital-Campus teilnimmt. Das Münsterland sei bei diesen Themen noch nicht so gut aufgestellt, sagt Gornas. Und auch viele Unternehmen sähen den Bedarf, bei diesen Zukunftstechnologien weiter zu forschen, zu entwickeln und Anwendungen zu entwickeln, so Gornas. Deshalb wollte sein Startup ein Netzwerk schaffen - das XR-Innovationsforum entstand.

Bildung sei genauso wichtig, so Gornas. Das Innovationsforum wolle sich deshalb an Schulen wenden, AGs anbieten. „Damit die Schüler sehen, was möglich ist“, erklärt Gornas. Denn viele Studiengänge in Richtung Virtuelle Realität gebe es nicht, die Schüler wüssten kaum, welche Entwicklungen und Anwendungsmöglichkeiten es gibt. Auch Unterstützung für andere Startups oder Hilfe für Unternehmen bei der Dienstleistersuche könne das XR-Innovationsforum leisten.

Über die Idee des Netzwerks und Innovationsforums haben sich die Gründer des Digital-Campus sehr gefreut, sagt Manuel Lachmann, Wirtschaftsförderer der Gemeine Nordkirchen, die mit Bürgermeister Dietmar Bergmann und Björn Paulus zu den Mitbegründern des Vereins Digital-Campus gehört. Das XR-Innovationsforum gebe dem Verein einen „neuen Schub“, so Lachmann. Bald soll es einen ersten Workshop geben.

Bergmann: Nutzung für Touristen denkbar

Für die Gemeinde seien verschiedene Bereiche denkbar, in denen virtuelle Realitäten nutzbar und sinnvoll werden könne - etwa im Tourismus, in der Bildung oder auch in der Inklusion. „Für die Wirtschaft ist es schon wichtig, Informationen modern und digital erlebbar zu machen“, sagt Dietmar Bergmann. So seien durch das geplante Hotel mit 125 Zimmern mehr Gäste in der Gemeinde zu erwarten, die auch ein paar Tage bleiben und etwas vor Ort erleben wollen.

Ihnen könnte das Handy in Zukunft vielleicht alte Bilder anzeigen, wenn sie es auf ein historisches Gebäude richten. Erklärvideos könnten ablaufen, wenn das Handy vor einer Statue im Schlosspark steht. Dazu müssten künftig keine Schilder mehr aufgestellt werden, so Bergmann. Aber auch für die Inklusion auch in Zusammenarbeit mit der Kinderheilstätte seien Anwendungen denkbar. Etwa für Personen, die nicht mit Sprache kommunizieren können.

Jetzt lesen

Noch sind VR- und AR-Anwendungen eher Zukunftsmusik. Man kennt die Technik eher von Videospiel-Brillen oder AR-Brillen, die bisher eher technische Spielerei als Alltagshelfer sind. Doch der Digital-Campus will mit seinem neuen Innovationsforum einiges zur Entwicklung dieser Techniken beitragen, Akteure bündeln und dem Münsterland zu einer Vorreiter-Rolle verhelfen.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt