Diese Bundesländer wollen den Osterurlaub ermöglichen

Ostern

Die Reisebranche in Deutschland steckt mindestens bis zum 28. März im Lockdown. Ob Osterurlaub möglich sein wird, ist noch unklar. Einige Bundesländer stellen inzwischen Öffnungen in Aussicht.

Berlin

10.03.2021, 15:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Geht es nach Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, könnten zu Ostern wieder Touristen an die Ostseestrände strömen.

Geht es nach Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, könnten zu Ostern wieder Touristen an die Ostseestrände strömen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Einem Osterbesuch bei der Familie steht dank gelockerter Kontaktbeschränkungen seit dem 8. März etwas weniger im Wege. Unklar bleibt jedoch, was in puncto Urlaub möglich wird. Wer über die Feiertage innerhalb Deutschlands verreisen möchte, kann aktuell nur auf Lockerungen hoffen. Über Öffnungen in der Tourismusbranche soll in der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am 22. März beraten werden.

Bis mindestens zum 28. März soll der Reiselockdown aber dauern, so sehen es die aktuell geltenden Lockdownbeschlüsse vor. Einen Tag später, am 29. März, beginnen in den meisten Bundesländern die Osterferien – und damit normalerweise die erste große Urlaubswelle. Einzelne Ministerpräsidenten machen Hoffnung: Sie wollen Reisen zu Ostern ermöglichen und stellen schon jetzt Öffnungen in Aussicht. Ein Überblick.

Schleswig-Holstein: Hoffnung auf Urlaub ab Ende März

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich in den vergangenen Tagen wiederholt optimistisch für eine Öffnung zu Ostern gezeigt. Er lehne es ab, den innerdeutschen Osterurlaub abzusagen. Reisen ins Ausland seien schließlich auch möglich. Zwar könne er sich „nicht vorstellen, dass wir in Schleswig-Holstein Beherbergungen früher als Ende März erlauben“.

Jedoch spreche für ihn nichts dagegen, Hotels zu Ostern zu öffnen: „Warum sollen die Menschen an Ostern nicht in Hotels und Ferienwohnungen sein können – unter der Voraussetzung eines aktuellen Negativtests und einer Nachverfolgung über Apps.“

Mecklenburg-Vorpommern: Sonderweg der Küstenländer?

Daniel Günthers Pochen auf Osterurlaub weckt im benachbarten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern Hoffnungen. Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Tourismusverbands MV, schlägt vor, dass sich beide Länder zusammentun, um für einen gemeinsamen Sonderweg in Berlin Druck zu machen. Das berichtet die „Ostsee-Zeitung“. Die Branche arbeite weiter auf einen Neustart hin. „Wir können ja nicht erst am 22. März anfangen.“

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Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte zuletzt offen gelassen, ob eine Öffnung der Beherbergungsbetriebe für Gäste mit Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern zu Ostern möglich sein wird. Dies hänge von der Inzidenzentwicklung ab, die landesweit unter 35 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche liegen muss. „Es wäre für uns alle sehr schön, wenn es gelingt, dass man wenigstens zu Ostern wieder im eigenen Land ein paar Tage Urlaub machen kann.“

Thüringens Umweltministerin will Campingplätze und Ferienwohnungen öffnen

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) hat sich dafür ausgesprochen, Ferienangebote mit „sehr geringen Ansteckungsmöglichkeiten mit Hygienekonzept rechtzeitig vor Ostern wieder zuzulassen“. Dazu gehörten ihrer Ansicht nach Ferienwohnungen mit Selbstversorgung, Campingplätze und Caravanstellplätze.

Eine solche Entscheidung könne nicht erst bei den nächsten Bund-Länder-Beratungen kurz vor Beginn der Ferien erfolgen. Es sei nicht hinzunehmen, dass derartige Festlegungen bislang nicht getroffen worden seien. „In vier Wochen ist Ostern: Statt klare Verabredungen zu den Ferien zu treffen, ist nichts geregelt“, monierte sie.

Niedersachsen: Wird Urlaub auf Ostfriesischen Inseln möglich?

Vor verschärften Maßnahmen zu Ostern warnte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gegenüber der „Rheinischen Post“. Gleichzeitig wollte er nicht zusagen, ob Reisen zu Ostern wieder möglich sein werde. Die MPK am 22. März sei so spät angesetzt, dass Planungen erschwert würden. „Ich setze aber darauf, dass wir bis zum 22. März deutlich mehr darüber wissen, was wir durch neue Testkonzepte zusätzlich möglich machen können“, sagte Weil.

Gegenüber der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ sagte er: „Ich würde mich freuen, wenn ein Osterurlaub unter spürbaren Einschränkungen auch auf unseren Ostfriesischen Inseln möglich sein würde.“

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hingegen hatte sich in der vergangenen Woche mit Blick auf Ostern „sehr skeptisch“ gezeigt. Er wies darauf hin, dass das Thema Reisen kompliziert sei, weil sich das Coronavirus durch die Mobilität der Menschen verbreite. „Aber ich gehe davon aus, dass wir ab Pfingsten über Reisen und Freizeit deutlich entspannter reden können.“

RND

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