Deutsche Exporte im April um mehr als 30 Prozent eingebrochen

Wirtschaft

Der deutsche Export ist dramatisch gesunken. Auslöser dafür sind die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise. Es ist der größte Exportrückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat seit langem.

09.06.2020, 10:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der deutsche Export ist in Folge der Corona-Krise dramatisch eingebrochen: Der Wert der Warenausfuhren sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 31,1 Prozent.

Der deutsche Export ist in Folge der Corona-Krise dramatisch eingebrochen: Der Wert der Warenausfuhren sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 31,1 Prozent. © picture alliance/dpa

Der deutsche Export ist im April in Folge der Corona-Krise dramatisch eingebrochen. Der Wert der Warenausfuhren sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 31,1 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Das war der größte Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Beginn der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950. Verglichen mit März 2020 verringerten sich die Exporte um 24,0 Prozent.

Das Schließen von Grenzen gerade auch im europäischen Binnenmarkt, die weltweite Verhängung von Handels- und Reisebeschränkungen sowie enorme Störungen in der See- und Luftfracht führten zu einem drastischen Rückgang der Ausfuhren. Die Importe verringerten sich um 21,6 Prozent auf 72,2 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahresmonat.

Coronavirus betrifft Handelspartner unterschiedlich stark

Je nach Handelspartner waren die Exporte unterschiedlich stark beeinträchtigt: Die Ausfuhren nach China gingen im April 2020 vergleichsweise moderat um 12,6 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro zurück. Das Corona-Virus war zuerst in der Volksrepublik festgestellt worden und hatte dort zeitweise zu drastischen Einschränkungen des öffentlichen Lebens geführt.

Im März hatten sich die Pandemie dann in Europa und den Vereinigten Staaten ausgebreitet. Die Exporte in die besonders betroffenen Länder Frankreich (minus 48,3 Prozent), Italien (minus 40,1 Prozent)und Vereinigte Staaten (minus 35,8 Prozent) brachen gegenüber dem Vorjahresmonat ein.

Rückgang der Exporte in Deutschland und weltweit

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet mit einem Rückgang der Exporte im Gesamtjahr um mindestens 15 Prozent. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erwartet ein Minus von 15 Prozent bei der Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen. Da das wirtschaftliche Wachstum bei nahezu allen Handelspartnern dramatisch einbreche, werde auch die Nachfrage nach „Made in Germany“ deutlich sinken, erläuterte der BDI.

Nach Einschätzung der Welthandelsorganisation (WTO) könnte der Welthandel in diesem Jahr um 13 bis 32 Prozent zurückgehen, je nach Verlauf der Corona-Pandemie. Schon 2019 hatte der Welthandel mit Waren stagniert, belastet von internationalen Handelskonflikten und der Abkühlung der globalen Konjunktur.

Größter Rückgang seit 1990

Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Exporte gegenüber dem Vormonat März 2020 um 24,0 % und die Importe um 16,5 % ab. Im kalender- und saisonbereinigten Vormonatsvergleich war dies export- und importseitig der größte Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im August 1990.

Die Außenhandelsbilanz schloss im April 2020 mit einem Überschuss von 3,5 Milliarden Euro ab. Damit wurde der niedrigste Exportüberschuss Deutschlands seit Dezember 2000 nachgewiesen (+1,7 Milliarden Euro). Im April 2019 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz noch +17,8 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Überschuss der Außenhandelsbilanz im April 2020 bei 3,2 Milliarden Euro.

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