Desinfektionsmittel statt Schnaps: Münsterländer Brennereien helfen aus

dzCoronavirus

Die Sasse Feinbrennerei und drei weitere Schnapsbrennereien aus dem Münsterland helfen während der Corona-Krise bei der Herstellung von Desinfektionsmittel. Die Idee dahinter ist einfach.

Schöppingen

, 31.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer in Zeiten der Corona-Pandemie Desinfektionsmittel für die Hände kaufen will, der muss damit rechnen, vor leeren Regalen zu stehen. Auch in Apotheken und Arztpraxen ist das Mittel mitunter ein rares Gut. Dabei dürfen Apotheken seit Anfang März übergangsweise Desinfektionsmittel für Hände selbst herstellen. In Zeiten von Rohstoffknappheit allerdings auch (noch) kein Allheilmittel.

Doch an dieser Stelle kommt unter anderem die Feinbrennerei Sasse aus Schöppingen ins Spiel. Zusammen mit drei weiteren Brennereien aus dem Münsterland hat sich Sasse zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, um gemeinsam in der Corona-Krise zu helfen, den Rohstoffengpass bei der Desinfektionsmittel-Herstellung zu minimieren.

Alkohol ist der Hauptinhaltsstoff

Ethanol (Alkohol) ist dabei das Zauberwort – der Hauptinhaltsstoff von Händedesinfektionsmitteln. „Als wir realisiert haben, dass Ethanol knapp wird, haben wir uns zusammengeschlossen und entschieden, helfen zu wollen“, erklärt Sarah Grawe, die bei Sasse für die Medienarbeit zuständig ist, auf Anfrage. In Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Münster sei dann „richtig Fahrt“ in die Sache gekommen.

Das war Anfang März, also kurz nachdem die Bundesstelle für Chemikalien per Allgemeinverfügung entschieden hatte, dass Apotheken befristet für maximal 180 Tage Händedesinfektionsmittel selbst herstellen dürfen und die dafür benötigten Rohstoffe in der Folge schnell oder bereits zuvor vergriffen waren.

30.000 Liter stellen die Brennereien pro Woche zur Verfügung

30.000 Liter stellen die vier Brennereien aktuell pro Woche zur Verfügung. „Daraus lassen sich 40.000 Liter Desinfektionsmittel herstellen. Genug, um die Apotheken und Ärzte im Münsterland zu versorgen“, sagt Sarah Grawe. Wichtig: Eine Abgabe an Endverbraucher gibt es nicht.

Und auch Apotheken und Ärzte brauchen jetzt nicht bei den Brennereien Schlange stehen. „Wir sind mit der Apothekerkammer und der Kassenärztlichen Vereinigung im stetigen Austausch und wissen so genau, wer beliefert werden muss“, erklärt Sarah Grawe.

Das Ausliefern sei dabei kein Problem. „Wir haben genug Logistikerfahrung, um das zügig abwickeln zu können.“ Und wie lange soll diese Hilfsaktion der Brennereien noch laufen? „Solange der Bedarf besteht, werden wir wir so weitermachen“, stellt Sarah Grawe klar. Da derzeit noch kein Ende der Corona-Pandemie in Sicht ist also wohl noch eine ganze Weile.

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