Denkmalpfad kostet 5 bis 6 Millionen Euro

Welterbe Zollverein

Im Sommer sollen die Arbeiten an der ersten Station des neuen Denkmalpfades beginnen. Bis Besucher mehr zur Koks-Verarbeitung auf Zollverein lernen können, vergehen aber noch Jahre.

Essen

, 09.01.2018, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Denkmalpfad kostet 5 bis 6 Millionen Euro

Peter Iwinski (l.) und Peter Hullermann sind ehemalige Koker und arbeiten nun als Gästeführer. © Foto: Freddy Schneider

Ab Sommer entsteht auf dem imposanten Gelände des Welterbes Zollverein in Essen die erste Station des neuen Denkmalpfads. Dort erfahren die Besucher in fünf Jahren, wie das Koks verarbeitet wurde. Das ist neu. Denn auf dem bereits bestehenden Denkmalpfad dreht sich alles um Kohleförderung.

An die „Erfolgsgeschichte“ anknüpfen

Mit dem neuen Denkmalpfad möchte die Stiftung Zollverein die „Erfolgsgeschichte von Schacht 12 übertragen“, sagt Hermann Marth, Vorstandsvorsitzender der Stiftung. Seine Kollegin Jolanta Nölle legt noch einen drauf: Mit dem neuen Denkmalpfad sei „das größte industrielle Welterbe der Welt“ geschaffen. Zumindest von Deutschland, da ist sich Thorsten Seifert, Leiter des Denkmalpfads, sicher.

An zwölf Stationen sollen die Besucher mehr zum Thema Koks-Verarbeitung erfahren. Diese neue Strecke misst 320 Meter. Bis das gesamte Projekt aber abgeschlossen ist, vergeht noch eine Weile. Voraussichtlich dauert es fünf Jahre, bis alle Stationen aufgebaut sind.

Mehrere Millionen kostet das Projekt

Die Kosten für alle Stationen belaufen sich auf schätzungsweise fünf bis sechs Millionen. 534.000 Euro hat die Stiftung Zollverein nun für die erste Station zusammen. Die RAG-Stiftung spendete 300.000 Euro.

Die Spende sei „kein Kleingeld“, sagte Bärbel Bergerhoff-Wodopia, aber für ein „wirklich gut investiertes Anliegen“. Die NRW-Stiftung steuert weitere 220.000 Euro bei, 14.000 Euro kommen von dem bürgerschaftlichen Verein Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein.

Eine Reise durch die Kokerei

Die 534.000 Euro fließen in die erste Station des Pfads, den „Löschturm Ost“, der auch als neuer Eingang dienen soll. Mithilfe moderner Medien sollen die Besucher erfahren, was es bedeutete, früher in einer Kokerei gearbeitet zu haben.

Die Installationen sollen draußen sein, aber auch im Warmen. Spezielle Container sollen entstehen, die eine „Reise durch die Kokerei“ ermöglichen, so Seifert. Alleine dürfen Besucher nicht über das Gelände der 1993 stillgelegten Kokerei streifen. Das wäre „zu gefährlich“, sagt Seifert.

1,5 Millionen Menschen besuchten das Welterbe-Gelände

Das Dortmunder Architekturbüro New kümmert sich um die architektonische Gestaltung des Denkmalpfads. Die Herausforderung: Führungen ermöglichen, ohne den jetzigen Zustand der Kokerei zu gefährden.

Da die Kosten für das Projekt noch nicht gedeckt sind, sucht die Stiftung Zollverein weitere Sponsoren. 1,5 Millionen Menschen besuchten 2017 das Welterbe-Gelände.