Das Graffiti- und Urban-Art Festival im Hafen zog auch Familien in den Speicher

dzGraffiti-Festival Dortmund

Auf vier Etagen zeigten Künstler aus verschiedenen Disziplinen ihre Arbeiten im Speicher 100 im Hafen. Mit dabei waren lokale und internationale Graffiti- und Urban-Art-Künstler.

Hafen

, 14.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Nach 2018 war dies am Samstag und Sonntag die zweite Auflage des Graffiti- und Urban-Art-Festivals „Speichergallery - Pop Up Show“ im Speicher 100. Dabei wurde das große Speichergebäude für einige Tage zum Arbeitsplatz von über 30 Graffitikünstlern aus mehreren Ländern und Regionen.

2400 Quadratmeter und zwei Themenetagen

Sie erstellten in den Tagen zuvor großflächige Graffiti und Installationen auf den Innenwänden des Speichers oder auf eigens eingebauten Zwischenwänden, um diese dann zwei Tage lang bei freiem Eintritt der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Die Infrastruktur des Hauses, das Potenzial der Szene sowie die Liebe zur Kunst und zum Netzwerken - all das macht die Idee des Festivals aus“, so Organisator Denis Klatt. Dabei war das Spektrum der ausgestellten Kunstwerke ebenso bunt wie die Künstler selbst. Zumal der anfängliche Plan, das Kunstfestival mit zwei Themen-Etagen – dem „Showroom“ im Erdgeschoss und der „Speichergallery“ in der ersten Etage – zu präsentieren, eine künstlerische Erweiterung fand.

Das Graffiti- und Urban-Art Festival im Hafen zog auch Familien in den Speicher

Diese Vespa wurde zum Kunstobjekt. © Schaper

Die ebenfalls im Speicher 100 aktiven Kunstvereine „Atelier Amore“ und „Dings" hatten sich spontan entschieden, ihre Etagen in zweiten und dritten Stockwerk als Werkschau zu öffnen. „Es ist großartig, dass sich alle hier im Haus an diesem Festival beteiligen und wir uns alle präsentieren können“, freute sich Jannis Kötting von „Dings“. Somit gab es auf vier Etagen und 2400 Quadratmetern urbane, moderne Kunst.

Das DJ-Duo „Opek & Super Klep“ sorgte für feine Beats

Schon früh strömten am Samstagabend die Besucher in den Speicher und neben szenenahe Zielgruppen schlenderten immer wieder Familien mit Kindern oder Senioren durch die Räumlichkeiten. Empfangen wurde man am Eingang von einer zwei Meter hohen, bunten aus geometrischen Elementen gebauten Kunstfigur, bevor man dann im Erdgeschoss eine Reihe von großflächigen Graffiti betrachten konnte.

Das Graffiti- und Urban-Art Festival im Hafen zog auch Familien in den Speicher

Kuckucksuhr mal anders. © Oliver Schaper

Dazu paarten sich einige bunte Lichtinstallationen und Schriftzüge oder Comicelemente. Ebenfalls im Erdgeschoss, genauer gesagt im Mittelraum, sorgte das DJ-Duo „Opek & Super Klep“ für feine Beats und Grooves. In der ersten Etage waren Zwischenwände eingezogen und die Besucher bekamen eine interessante Mischung aus verschiedenen Sparten der Urban-Art-Szene.

Die zweite Etage mit dem Atelier Amore bot dann eine entspannte, liebevoll inszenierte Atmosphäre mit Sofagruppen, Fotografien und viele Gemälden und Zeichnungen. Im Dachgeschoss stand man dann plötzlich vor einer großen, bunten Deckeninstallation, die von im Raum verteilten Malereien, Zeichnungen und 3D-Kunstwerken umgeben war. „Es ist großartig, was die Leute hier auf die Beine gestellt haben und was man hier alles in puncto Kunst zu sehen bekommt“, so Besucherin Rita Ostlicht.

Ob das Festival 2020 wieder stattdfindet? Der Organisator hält sich bedeckt

Abgerundet wurde der Speicherrundgang von vielen am Gastronomiestand der Zwar-Gruppe, die mit ihrem Segelverein auf der Rückseite des Speichers für Getränke sorgte. Die Mischung aus Architektur, urbaner und spartenübergreifender Kunst, gepaart mit Fotografie, Videos und Musik machte diese zweitägige Veranstaltung einzigartig.

Das Graffiti- und Urban-Art Festival im Hafen zog auch Familien in den Speicher

Installationen gehörten zum Repertoir der internationalen Künstler, die ihre Werke im Speicher zeigten. © Oliver Schaper

Viele der beteiligten Künstler aus Brasilen, Portugal, der Schweiz oder den Niederlanden sowie aus dem gesamten Bundesgebiet haben auf dieses Festival hingearbeitet und exklusive Kunstwerke gezeigt. „Ich stecke hier viel Herzblut und Zeit hinein, weil mir die Szene und die Kunst sehr wichtig ist“, sagt Denis Klatt, der gut 400 Stunden ehrenamtlich für die Organisation des Festivals investiert hat. Für ihn seien das gemeinsame Gestalten und die Förderung sowie Präsentation der Kunst das Wichtige, der Kommerz spiele hier keine Rolle. Ob er im nächsten Jahr das Festivals zum dritten Mal ausrichtet, ließ er noch offen.

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