Darum besuchen bei Geotec die Azubis auch einen Knigge-Kurs

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Die Zeit drängt: Wer im August oder September 2020 eine Ausbildung beginnen will, muss sich kümmern. Mit einem Bewerbungsschreiben und guten Noten ist es oft nicht getan. Es geht um mehr.

Nordkirchen

, 20.09.2019, 14:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim rasant wachsenden Nordkirchener Unternehmen Geotec an der Aspastraße ist vieles anders als in anderen Firmen. „Alle Mitarbeiter duzen sich - einschließlich der Geschäftsführung“, sagt Jörg Brennecke von der Produktionsleitung. Das komme bei den Mitarbeitern gut an. „Weniger Respekt gibt es deshalb aber nicht.“

Vielleicht auch deshalb, weil Geotec sein Team zwar rasant, aber zugleich vorsichtig vergrößert. Das gilt gerade für Auszubildende. Ja, natürlich schauen die Verantwortlichen auf die Zeugnisnoten. „Mathe ist für uns wichtig.“ Meist genügt zudem ein Blick, um den Aufwand der Bewerbung einzuschätzen. Einfach „Kopieren und Einfügen“ reicht nicht, um in die Endauswahl zu kommen.

Geotec hat mehr Bewerber als freie Ausbildungsplätze

„Wir haben das Glück, auswählen zu können“, macht Jörg Brennecke deutlich. Vor der Unterschrift unter einen Ausbildungsvertrag will Geotec die Bewerber näher kennenlernen. „Bei einem mindestens zweiwöchigen Praktikum“, sagt Brennecke. Er sieht den Vorteil dieses Weges auf beiden Seiten. „Wir wollen sehen: Passt Du zu uns und wir zu Dir.“

In der überwiegenden Zahl der Fälle passt es meist über die Ausbildung hinaus. Das erklärte Ziel von Geotec sei in jedem Fall die spätere Übernahme. Bedarf hat das Unternehmen auf jeden Fall. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der Mitarbeiter von 50 auf aktuell rund 100 fast exakt verdoppelt. Das muss nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Unternehmen plant den Bau einer neuen Halle auf dem Gelände

Geotec will weiter wachsen. Der Bauantrag für eine rund 800 Quadratmeter große Halle ist gestellt. Mit der um 50 Prozent vergrößerten Hallenfläche will das Unternehmen sich neue Möglichkeiten schaffen und zugleich die Strukturen und Arbeitsabläufe verbessern. Davon profitieren soll auch Niklas Hirsch aus Ascheberg.

Er hat im Sommer in Münster am Berufskolleg sein Fachabitur gemacht. Seit dem 1. August macht er eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker. Geholfen habe ihm bei der Entscheidung das Praktikum bei Geotec. Jetzt sorgt Stefan Brandt, Ausbildungsleiter im gewerblichen Bereich auch dafür, dass Niklas Hirsch einen Einblick in alle Bereiche des Unternehmens erhält.

Unterstützung beim Schulbedarf und den Fahrkosten

Brandt ist auch Ansprechpartner in vielen Detailfragen. Ausbildung ist längst nicht Ausbildung. Und Firma nicht Firma. Nach Aussage von Stefan Brandt sollen die Azubis bei Geotec „was lernen und keine Aushilfskraft“ sein. „Wir sind bemüht, mit Jugendlichen gut umzugehen.“ Dazu gehört beispielsweise, dass das Unternehmen einen „Teil des Schulbedarfs“ bezahlt.

Zudem beteiligen wir uns an den Fahrkosten, nennt Brandt einige Punkte. Ein anderer Aspekt ist, dass die Azubis nach der Berufsschule frei haben. Keine Selbstverständlichkeit. In anderen Betrieben müssen die Azubis nach der Schule kommen oder Überstunden „abfeiern“. Für alle Mitarbeiter gilt zudem, dass es das ganze Jahr über kostenlos Wasser gibt.

Knigge-Kurse und verstärkte Digitalisierung

Alles super bei Geotec? Jörg Brennecke sieht Entwicklungen, denen das Unternehmen gegensteuern will. Das Nordkirchener Unternehmen wünscht ein gutes Auftreten gegenüber Kunden. Deshalb hat Geotec auch Knigge-Kurse angeboten.

Angesichts einer Internationalisierung gibt es verstärkt die Notwendigkeit, Englisch sprechen zu können. „Wir bieten eine Unterstützung bei Auslands-Praktika“, sagt Produktionsleitung Brennecke. Nicht die einzige aktuelle Herausforderung. Das Nordkirchener Unternehmen treibt gerade die Digitalisierung massiv voran.

So stark die Bohrgeräte von Geotec gerade auch gefragt sind, bereits heute stellt das Unternehmen Weichen für andere Produkte. Und dabei benötigt die Firma gut ausgebildete Mitarbeiter, die mit innovativen Lösungen erfolgreich am Markt sind.

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