Cyber-Grooming: 25-Jähriger gesteht Kindesmissbrauch via App

Prozess

Ein Fall von sogenanntem Cyber-Grooming wird am Düsseldorfer Landgericht verhandelt. Ein 25-Jähriger hat sich via Social-Media-Apps kleinen Mädchen genähert, wie er selbst gesteht.

Düsseldorf

17.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Angeklagte aus Neuss soll sich über Social-Media-Apps wie Instagram und Likee an kleine Mädchen herangemacht haben.

Der Angeklagte aus Neuss soll sich über Social-Media-Apps wie Instagram und Likee an kleine Mädchen herangemacht haben. © picture alliance/dpa

Im Prozess um sogenanntes Cyber-Grooming hat ein Bauarbeiter in Düsseldorf umfassend gestanden. Alle Vorwürfe der Anklage stimmten, sagte der 25-Jährige am Freitag am Düsseldorfer Landgericht. Er habe gucken wollen, wie weit er gehen könne.

Der Mann ist wegen Kindesmissbrauchs und Verbreitung von Kinderpornografie angeklagt und bereits einschlägig vorbestraft: Er hat zwei Jahre Jugendhaft wegen Kinderpornografie verbüßt.

Der Angeklagte ohne Schulabschluss, der in Neuss bei seinen Eltern wohnt, hatte sich über Social-Media-Apps wie Instagram und Likee an kleine Mädchen herangemacht. Dazu hatte er sich falsche Profile zugelegt und als Mädchen oder Junge ausgegeben. So soll er in 22 Fällen seine Opfer dazu gebracht haben, ihm teilweise pornografische Nacktaufnahmen zu senden.

Videos und Fotos un WhatsApp-Gruppen verbreitet

Die Fotos und Videos der Kinder soll der 25-Jährige dann in einer von Pädophilen betriebenen WhatsApp-Gruppe verbreitet haben. Den Chat-Protokollen zufolge hatte er zudem versucht, sich mit den Kindern zu verabreden. Er wäre zu einem solchen Treffen aber nicht hingegangen, behauptete der Angeklagte.

Aufgeflogen war der Mann, der noch bei seinen Eltern wohnt, durch die Strafanzeige der Mutter eines zwölfjährigen Mädchens und Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Mittäter aus dem Schwarzwald. Bei der Durchsuchung seines Zimmers waren die Ermittler auf 900 kinderpornografische Bild- und Videodateien gestoßen. Der Prozess soll am kommenden Dienstag mit den Plädoyers und dem Urteil zu Ende gehen.

dpa

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