So viele Schutzmasken brauchen Pflegeheime und Pflegedienste - täglich

Coronavirus

Die Pflegeeinrichtungen haben den Eindruck, sie würden bei der Zuteilung von Schutzausrüstung gegenüber Kliniken und Ärzten benachteiligt. Tatsächlich ist der Bedarf riesig.

Berlin

31.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gerade in der Pflege fehlt Schutzausrüstung.

Gerade in der Pflege fehlt Schutzausrüstung. © picture alliance/dpa

Die Pflegebranche hat eindringlich an Bund und Länder appelliert, Pflegeheime und-dienste bei der Zuteilung von Schutzausrüstung nicht weiter gegenüber Kliniken und Ärzten zu benachteiligen. „Landesministerien und Gesundheitsämter sind bei Schutzausrüstung in der Pflicht“, forderte der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), Bernd Meurer, am Montag. „Der immense zusätzliche Bedarf führt absehbar zu der Situation, dass die Gefährdung den Einsatz der Pflegekräfte ohne die notwendige Schutzausrüstung nicht mehr erlaubt“, warnte er.

Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, Landesministerien und Gesundheitsämter hätten ihre Aufgabe erledigt, wenn sie die Pflegeeinrichtungen regelmäßig darüber informierten, welche insbesondere hygienischen Anforderungen zu beachten seien. Schließlich seien Schutzausrüstungen gar nicht mehr über die üblichen Lieferwege zu beschaffen, betonte der Verbandschef.

Der Verband hat ausgerechnet, welche Mengen an Schutzausrüstungen die gesamte Pflegebranche in Deutschland benötigt. Dabei wurde eine relativ optimistische Entwicklung beim Krankheitsgeschehen unterstellt: Angenommen wird, dass ein Prozent der insgesamt 3,7 Millionen Pflegebedürftigen infiziert ist und bei fünf Prozent ein Corona-Verdacht besteht.

Pflegeeinrichtungen beklagen mangelnde Versorgung

Dann braucht die Pflegebranche den Berechnungen zufolge pro Tag 534.000 OP-Masken., 70.000 FFP2-Masken, 525.000 Schutzkittel, 50.000 Schutzbrillen und fast 2,5 Millionen Einmal-Handschuhe. Die Zahlen seien lediglich die Untergrenzen des tatsächlichen Bedarfs, betonte Meurer. Und er fügte hinzu: „Entscheidend ist, dass der Bedarf heftig steigt, wenn die Zahl der Verdachtsfälle oder der Infizierten steigt.“

Unbekannt ist, wie viel Schutzausrüstung in den Pflegeeinrichtungen vorhanden ist. Allerdings gab es in den vergangenen Tagen immer wieder Berichte darüber, dass zwar Kliniken und Ärzte mit frischen Lieferungen versorgt wurden, nicht jedoch die Pflegeeinrichtungen. In der Branche hieß es, besonders angespannt sei die Lage derzeit in Rheinland-Pfalz, in Brandenburg und Niedersachsen.

RND

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt