Coronavirus in Nordkirchen: Kneipen, Eisdielen und fast alle Geschäfte müssen dichtmachen

Coronavirus

Drastische Einschränkungen gelten am Donnerstag (19. 3.) auch in Nordkirchen. Eine zweite Allgemeinverfügung schränkt das öffentliche Leben noch weiter ein als ohnehin schon.

Nordkirchen

, 18.03.2020, 18:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf der Schloßstraße ist kaum noch Betrieb.

Auf der Schloßstraße ist kaum noch Betrieb. © Foto Sylvia vom Hofe (A)

Kontakt vermeiden: Das ist das Ziel der Stunde. Um es zu erreichen verschärfen Bund Und Land nahezu täglich die Vorgaben - und die Gemeinde Nordkirchen passt ihr Ortsrecht an - mit der zweiten Allgemeinverfügung innerhalb von 24 Stunden. Dieses Mal trifft es besonderes die Kaufleute hart - aber nicht überraschend.

„Jeder der die Nachrichten verfolgt, hatte es ja schon mitbekommen“, sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann. Tatsächlich sei bereits am Dienstagmorgen die Schloßstraße im Herzen der Gemeinde deutlich ruhiger gewesen als sonst. Obwohl die Allgemeinverfügung der Gemeinde noch gar nicht in Kraft war, hatten zahlreiche Einzelhändler erst gar nicht geöffnet. Einige Stunden später hatten sie es dann auch schriftlich vom Bürgermeister.

„Verkaufsstellen des Einzelhandels“ müssen schließen

„Zu schließen sind alle Verkaufsstellen des Einzelhandels, welche nicht in der nachstehenden Aufzählung genannt sind: Lebensmittelhandel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte, Großhandel.“ Von der Reihe der Zwangsschließungen nicht betroffen sind Dienstleister und Handwerker. Die Caritas-Werkstätten müssen allerdings schließen.

Neu ist auch, dass Lebensmittelgeschäfte und Apotheken künftig auch sonntags öffnen dürfen: zwischen 13 und 18 Uhr. Ausnahmen sind nur die Kar- und Osterfeiertage. Was die Kirchengemeinden bereits angekündigt hatten, ist jetzt auch rechtlich bindend: „Versammlungen auch zur Religionsausübung unterbleiben.“

Eis darf nicht über die Theke gehen

Hart trifft es auch die Gastronomie: Alle Kneipen und Cafes müssen geschlossen bleiben. Auch Eiscafes, Eisdielen sind laut der Allgemeinverfügung davon betroffen: „einschließlich des Thekenverkaufs zur Straße hin“, wie es ausdrücklich heißt. Bei Restaurants muss die Tür noch nicht komplett zu bleiben. Die Auflagen sind aber drastisch.

Der Zugang ist nur zwischen 6 und 15 Uhr gestattet. „Übernachtungsangebote zu touristischen Zwecken sind untersagt.“

„Das sind alles einschneidende Maßnahmen“, sagt Bürgermeister Bergmann. Sie seien aber unerlässlich, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. „Da sind wir alle gefordert.“ Die Gemeindeverwaltung stehe allen Betroffenen bei Fragen oder weiterem Informationsbedarf zur Verfügung. Die gesamte Allgemeinverfügung, die regelmäßig an die aktuelle Lage angepasst werde, findet sich auf der Homepage der Gemeinde.

Lesen Sie jetzt