Corona-Warn-App: “Bild” berichtet über Fehlfunktion bei Millionen Nutzern

Coronavirus

Seit Juni ist die Corona-App aktiv und hat Millionen Nutzer. Nun kommt raus: Auf vielen Smartphones hat sie möglicherweise nicht richtig funktioniert. Ein neues Update soll den Fehler beheben.

Berlin

24.07.2020, 06:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Corona-Warn-App: Laut "Bild"-Recherchen hat sie auf vielen Smartphones nicht richtig funktioniert.

Die Corona-Warn-App: Laut "Bild"-Recherchen hat sie auf vielen Smartphones nicht richtig funktioniert. © picture alliance/dpa

Die deutsche Corona-Warn-App hat nach einem “Bild”-Bericht auf Millionen Smartphones mit Android-Betriebssystem wochenlang nur schlecht oder gar nicht funktioniert. Nutzer etwa von Samsung- oder Huawei-Handys seien im Zweifel nicht oder zu spät gewarnt worden, berichtete das Blatt am Donnerstagabend.

Grund sei, dass sich auf Smartphones mit Android-Betriebssystem die notwendige stetige Hintergrundaktualisierung der Warn-App bislang automatisch ausstellte, solange die App nicht geöffnet war. Das sollte Handy-Strom sparen.

Mit neuer Version Problem behoben

Ein Sprecher der Softwarefirma SAP, die die App mitentwickelt hatte, sagte der Zeitung: "Es gab in der Tat ein Problem mit früheren Versionen der Corona-Warn-App in Sachen Hintergrundaktualisierung auf Android-Geräten." Auch das Robert-Koch-Institut, das die App herausgibt, sagte der Zeitung: "Der automatische Abgleich im Hintergrund wurde von einem Teil von Android-Smartphones unterbunden."

Das Gesundheitsministerium verwies dem Bericht zufolge auf eine neue Version der App, die am Mittwoch herauskam: "Mit der Version 1.1.1 ist das Problem behoben." Über einen "Schieberegler" lasse sich die App dauerhaft scharf schalten.

Schuld bei den Herstellern der Smartphones?

Die App soll helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Außerdem kann sie dazu beitragen, dass Menschen nach einem Coronavirus-Test möglichst schnell ihr Testergebnis digital erhalten und über die App anonym mögliche Kontaktpersonen warnen können, wenn diese auch die App installiert haben.

Professor Hannes Federrath, Präsident der Gesellschaft für Informatik, sprach gegenüber der “Bild”-Zeitung von einem sehr ärgerlichen Fehler, der “gefährlich für die Gesundheit” der Verbraucher sein könnte. Er sieht die Schuld demnach bei den Smartphone-Herstellern.

RND/dpa

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