Corona-Sommer: Freibäder bei Hitze ausgebucht - Vorsicht bei freien Gewässern

Gefahren beim Schwimmen

Mal eben ins Freibad - in diesem Sommer geht das nicht wegen der Corona-Regeln. Immer mehr Menschen weichen auf frei zugängliche, unbewachte Gewässer aus: Das ist aber brandgefährlich.

Düsseldorf

09.08.2020, 09:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
In Freibädern gelten wegen des Coronavirus strenge Regeln. Auf jedes öffentliche Gewässer sollte man deshalb aber nicht ausweichen.

In Freibädern gelten wegen des Coronavirus strenge Regeln. Auf jedes öffentliche Gewässer sollte man deshalb aber nicht ausweichen. © picture alliance/dpa

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft in Nordrhein-Westfalen befürchtet eine Zunahme der Badetoten in diesem Jahr. Die Gefahren des Schwimmens in unbewachten Kanälen, Flüssen, Seen und Baggerlöchern würden unterschätzt, sagte Michael Grohe, der Sprecher der DLRG Nordrhein, der Deutschen Presse-Agentur.

In unbekannten Gewässern sollte niemand schwimmen gehen

Wegen der Corona-bedingten Beschränkungen könnten mehr ungeübte Schwimmer auf solche Freigewässer ausweichen, sagte er. Denn viele Schwimmbäder verlangen eine Online-Reservierung und lassen weniger Gäste als sonst hinein. Grohe warnte allgemein davor, in unbekannten Gewässern zu schwimmen.

„Es ist unsere Sorge, dass sich mehr Menschen in Gefahr begeben, als das sonst schon der Fall ist“, sagte der Sprecher der ehrenamtlichen Retter über die besondere Situation in diesem Jahr. Neulinge könnten sich stärker als Schwimmer gefährden, die die Örtlichkeiten kennen.

2019 ertranken in Nordrhein-Westfalen 65 Menschen, die meisten von ihnen in Flüssen und Seen. Bei einem tragischen Unglück Ende Juni hatte im hessischen Trebur eine Mutter vergeblich versucht, ihren fünf Jahre alten Sohn vor dem Ertrinken im Rhein zu retten. Die 30-Jährige kam ebenfalls im Fluss um.

Corona-Regeln im Freibad könnten Grund für mehr Einsätze sein

Die Düsseldorfer DLRG wurde in diesen Jahr bereits extrem häufig auf dem Rhein gerufen: Die ehrenamtlichen Retter hatten bis Ende Juni bereits 42 Einsätze. Das waren mehr als im ganzen letzten Jahr mit 38 Einsätzen.

Die Umstände der Corona-Krise könnten eine Erklärung für die Zunahme sein, meinte ein Sprecher: Denn für viele fallen die klassischen Sommerferien aus, und für einen Freibadbesuch müsse man sich anmelden. Es habe viele Einsätze am beliebten Paradiesstrand am Rhein in Düsseldorf gegeben, wo Schwimmer von der Strömung in den Fluss gezogen wurden.

dpa

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