Corona-Quarantäne: Das müssen Sie über die Isolation in den eigenen vier Wänden wissen

Quarantäne

Quarantänemaßnahmen sollen die Verbreitung des Coronavirus verhindern. In häusliche Isolation muss jeder, der engen Kontakt zu einem Infizierten hatte. Wie lange sie dauert, ist unterschiedlich.

von Laura Beigel

, 17.08.2020, 21:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Quarantänemaßnahmen sollen die Verbreitung des Coronavirus verhindern. In häusliche Isolation muss jeder, der engen Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatte. (Symbolbild)

Quarantänemaßnahmen sollen die Verbreitung des Coronavirus verhindern. In häusliche Isolation muss jeder, der engen Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatte. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Um die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland einzuschränken, setzen die Gesundheitsbehörden auf eine Nachverfolgung von Kontakten. Im Fall einer Sars-CoV-2-Infektion sollen diejenigen ermittelt werden, die engen Kontakt zu Infizierten hatten. „Ein enger Kontakt bedeutet, dass man mindestens 15 Minuten mit dem Erkrankten gesprochen hat, beziehungsweise angehustet oder angeniest worden ist, während dieser ansteckend gewesen ist“, heißt es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Gesundheitsamt entscheidet über Dauer der Quarantäne

Ist dies der Fall, müssen die Kontaktpersonen in häusliche Quarantäne. Generell gilt auch für Urlauber aus Risikogebieten, sich direkt nach der Ankunft für 14 Tage in Quarantäne nach Hause zu begeben – es sei denn, man hat ein negatives Testergebnis.

Die Quarantäne endet nach 14 Tagen aber nicht automatisch, sondern wird vom Gesundheitsamt der entsprechenden Gemeinde aufgehoben. Die Behörde entscheidet auch, ob eine Quarantäne zu Hause erfolgen kann oder stationär im Krankenhaus. „Bei Personen, die wegen einer Covid-19-Erkrankung in häuslicher Quarantäne sind, wird frühestens zehn Tage nach Krankheitsbeginn die Quarantäne aufgehoben, wenn sie seit mindestens 48 Stunden keine Krankheitsanzeichen mehr haben“, so die BZgA. Wird eine Isolation vom Gesundheitsamt angeordnet, sollten Sie Ihren Arbeitgeber und Ihre Krankenkasse darüber informieren.

Arbeitnehmer erhalten Lohnfortzahlung

Im Fall einer bestätigten Corona-Infektion können Arbeitnehmer eine Lohnfortzahlung von bis zu sechs Wochen von ihrem Arbeitgeber erhalten, sofern der behandelnde Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellt. Die Verbraucherzentralen Hessen und Nordrhein-Westfalen weisen zudem darauf hin: „Sollte die Erkrankung länger als sechs Wochen andauern, erhält man als gesetzlich krankenversicherter Arbeitnehmer Krankengeld von der gesetzlichen Krankenkasse.“

Bei einer behördlich angeordneten Quarantäne ohne Corona-Symptome und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sind Arbeitnehmer wiederum durch das Infektionsschutzgesetz abgesichert. Um eine sechswöchige Entgeltforzahlung zu erhalten, müssen Angestellte den behördlichen Bescheid über die Anordnung der Quarantäne beim Arbeitgeber einreichen. „Auch Selbstständige können gegen die zuständige Behörde ihren Verdienstausfall bei einer Quarantäne nach dem Infektionsschutzgesetz geltend machen“, teilen die Verbraucherzentralen mit.

Diese Tipps helfen gegen den Quarantäneblues

Schon eine 14-tägige Isolation kann für viele Menschen bedrückend sein, weil sie die Wohnung nicht verlassen und keinen Besuch von Freunden und Bekannten empfangen dürfen. Wer gegen diese Auflagen verstößt, riskiert zudem hohe Bußgelder. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt Tipps, wie der Quarantäneblues bekämpft werden kann:

  • Schaffen Sie sich eine feste Tagesstruktur mit bestimmten Zielen, die sie an einem Tag erreichen wollen.
  • Bleiben Sie mit Ihren Freunden und Familienmitgliedern in Kontakt, zum Beispiel per Telefon oder über die sozialen Medien.
  • Bleiben Sie auch zu Hause körperlich und mental aktiv, zum Beispiel durch Denkspiele und Turnübungen.
  • Wenn Sie sich angespannt fühlen, probieren Sie Entspannungsübungen aus.
  • Bewahren Sie eine positive Grundhaltung.
  • Sollten Sie trotzdem mit der Situation überfordert sein, kontaktieren Sie die Telefonseelsorge unter Telefon (0800) 111 0 111, oder (0800) 111 0 222, oder 116 123.

Kontaktpersonen sollten zudem ihren Gesundheitszustand genau protokollieren. Zweimal täglich sollten Sie Ihre Körpertemperatur messen und ein Tagebuch führen, in dem Sie merkliche Symptome eintragen.

Diese Hygienemaßnahmen sollten Sie in der Quarantäne beachten

Auch in der häuslichen Quarantäne sollten Hygienemaßnahmen unbedingt eingehalten werden – vor allem wenn mehrere Personen in einem Haushalt leben. Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, achten Sie auf die Hust- und Niesetikette und lüften Sie mehrmals Wohn- und Schlafzimmer. Hilfreich ist außerdem eine gründliche Reinigung beziehungsweise Desinfektion von Oberflächen wie Türklinken, Tischen und Ablageflächen.

Haushaltsgegenstände wie Geschirr und Handtücher sollten zudem nicht mit Mitbewohnern geteilt werden. Genauso sollten Sie bestenfalls ein eigenes Bad benutzen und Ihre Wäsche regelmäßig und gründlich waschen.

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