Corona-Lockdown: Ratten werden auf Futtersuche aggressiver

Coronavirus

Ratten in US-Großstädten leiden unter dem Corona-Lockdown. Sie fressen sich sogar gegenseitig, werden aggressiver gegen Menschen und dringen in Wohngebiete ein.

New York

25.05.2020, 11:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Ratten werden aggressiver den Menschen gegenüber und dringen in Wohngebiete ein.

Die Ratten werden aggressiver den Menschen gegenüber und dringen in Wohngebiete ein. © dpa

In zahlreichen Städten in den USA werden Ratten aggressiver, weil das Futter knapp wird und die Tiere sich neue Nahrungsquellen suchen müssen. Wo sich die Nager sonst von Essensresten vornehmlich aus Restaurantmülltonnen ernähren, ist derzeit kein Futter zu finden. Durch die landesweiten Corona-Restriktionen bleiben viele Restaurants und Cafés geschlossen – und damit versiegt die Futterquelle der Ratten.

Wie die „Washington Post“ berichtet, warnt die Gesundheitsbehörde Center for Disease Control and Prevention (CDC) nun vor den Tieren, die zunehmend auch Menschen gegenüber aggressiv werden.

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So verlagern sich mit den Menschen auch die Ratten: Statt sich in den Hinterhöfen von Restaurants herumzutreiben, wandern sie in Wohngebiete und durchsuchen den Hausmüll. Vor allem in New York, Chicago, Washington und New Orleans gibt es seit Beginn der Corona-Pandemie immer mehr Beschwerden über die Tiere, die in menschliche Bereiche eindringen.

Da Ratten als potenzielle Träger von Krankheiten wie Salmonellen gelten, warnt das CDC vor zu nahem Kontakt. Deshalb sollten Bürger ihre Mülltonnen abdecken, Löcher in den Hauswänden abdichten und Tierfutter außer Reichweite aufbewahren.

Ratten in Queens finden kein Futter – und fressen sich gegenseitig auf

Der städtische Nagetierforscher Bobby Corrigan erzählte der Zeitung von einem grausamen Vorfall im New Yorker Stadtbezirk Queens: Dort wollte eine Gruppe von Nagern wie immer im Restaurantblock nach Nahrung suchen. Als sie nicht fündig wurden, griffen sie sich gegenseitig an und töteten sich.

Die Überlebenden fraßen die Getöteten auf. „Ein Haufen von Rattengliedern auf dem Bürgersteig war alles, was übrig blieb“, sagte Corrigan. Auch andernorts wurde bereits davon berichtet, dass Ratten ihre Kinder töteten und auffraßen.

Corrigan sagt, die Ratten seien auf ihre nächtlichen Essensfunde an Restaurants und Bars angewiesen. Menschen sollten dennoch keine Fallen aufstellen oder Gift auslegen – sondern schlicht den Empfehlungen des CDC folgen.

RND/msk

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