Corona-Krise wird für die Gemeinde Nordkirchen teuer

Fehlende Steuereinnahmen

Dass sich die Corona-Krise auch auf die Wirtschaft auswirkt, ist länger klar. Im zweiten Schritt bekommen die Kommunen diese Auswirkungen zu spüren. Nordkirchen bereitet sich schon vor.

Nordkirchen

, 22.04.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Eingang zum Rathaus Nordkirchen an der Bohlenstraße: Die Verwaltung versucht derzeit zu ermitteln, wie sich die Corona-Krise auf die Finanzen der Gemeinde auswirken wird.

Der Eingang zum Rathaus Nordkirchen an der Bohlenstraße: Die Verwaltung versucht derzeit zu ermitteln, wie sich die Corona-Krise auf die Finanzen der Gemeinde auswirken wird. © Tobias Weckenbrock (Archiv)

Die Corona-Krise wird sich auf den Haushalt der Gemeinde Nordkirchen voraussichtlich negativ auswirken. Damit rechnet die Verwaltung der Gemeinde, wie Bürgermeister Dietmar Bergmann im Gespräch mit dieser Redaktion bestätigt.

Wenn die Mitglieder des Gemeinderats am 7. Mai (Donnerstag) im Forum der Johann-Conrad-Schlaun-Schule tagen, werden sie nicht nur viele dringende Entscheidungen zu fällen haben, die durch die Corona-Pandemie zurückgestellt wurden. Bernd Tönning, Kämmerer der Gemeinde, wird auch unerfreuliche Neuigkeiten zu verkünden haben.

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So geht die Gemeinde von Ausfällen bei der Gewerbesteuer und dem kommunalen Anteil der Einkommenssteuer aus, wie Bergmann erklärt. „Bei der Gewerbesteuer liegen schon zahlreiche Anträge auf Stundung oder Herabsetzung der Vorauszahlungen von Nordkirchener Gewerbetreibenden vor“, heißt es in der Vorlage für die kommende Ratssitzung.

Genaue Zahl steht noch nicht fest

„Das hat Auswirkungen auf unsere Finanzplanung“, macht der Bürgermeister deutlich. Eine genaue Summe kann Bergmann noch nicht beziffern. Die Verwaltung arbeite an einer Übersicht und einer vorläufigen Summe, die zur Ratssitzung vorliegen soll. Der Haushaltsplan für 2020 hatte ein Jahres-Plus von 341.560 Euro vorgesehen.

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Durch die wegbrechenden Einnahmen werden sich auch einige Investitionen verschieben. Betroffen sind voraussichtlich eine geplante Trennwand in der Gesamtschule, der Außenanstrich der Grundschule Nordkirchen, die IT-Verkabelung im Rathaus und an den Grundschulen und die Fotovoltaikanlage auf dem Dorfgemeinschaftshaus.

Bergmann: „Investitionen sind unerlässlich“

Allerdings wolle die Gemeinde keinen Investitions-Stopp. „Investitionen sind unerlässlich“, macht der Bürgermeister deutlich. Das sei auch die dringende Empfehlung des Landes an die Kommunen.

„Würden wir beispielsweise Projekte, wie den Umbau des Buswendeplatzes an der Mauritiusschule oder den Ausbau von Straßen schieben, würde sich das negativ auf die Unternehmen auswirken“, erklärt Bergmann.

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Aufträge, wie der für eine zusätzliche Verkabelung der Gesamtschule beispielsweise, sollen also ungeachtet der finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise vergeben werden, kündigt der Bürgermeister an. Die Ausgaben für die IT-Infrastruktur in der Gesamtschule sollen unter anderem dazu beitragen, dass sich die Internet-Bandbreite in der Schule verbessert, die Anzahl der Datenbuchsen in den Klassenräumen soll größer werden und das W-Lan-Signal in der Schule soll verstärkt werden, damit die iPads, die im Unterricht genutzt werden, auch im vollen Umfang eingesetzt werden können, erklärt Bergmann.

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