Corona-Krise sorgt für weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahl in NRW

Arbeitslosigkeit

Der Arbeitsmarkt im bevölkerungsreichsten Bundesland steht weiter deutlich unter dem Einfluss der Corona-Pandemie. Allerdings rechnet die Arbeitsagentur noch in diesem Jahr mit einer Trendwende.

Düsseldorf

01.07.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Zahl der Arbeitslosen steigt.

Die Zahl der Arbeitslosen steigt. © picture alliance/dpa

Die Corona-Krise hat auch im Juni die Zahl der Arbeitslosen in Nordrhein-Westfalen weiter ansteigen lassen. Insgesamt waren zum Sommerstart in NRW knapp 771.000 Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Das waren knapp 14.000 Personen mehr als im Mai und sogar gut 137.000 mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote sieg damit um 0,2 Prozentpunkte auf 7,9 Prozent. Zum Vergleich: Bundesweit lag die Arbeitslosenquote im Juni bei 6,2 Prozent.

Der Arbeitsmarkt in NRW stehe weiterhin deutlich unter dem Einfluss der Pandemie, sagte der Vorsitzende der Regionaldirektion NRW, Torsten Withake. Ohne die Kurzarbeit wäre die Arbeitslosigkeit nach seinen Worten sogar noch deutlich höher. Immerhin hätten 35 bis 40 Prozent der Unternehmen in NRW von März bis April Kurzarbeit angezeigt. Dies habe viele Beschäftigungsverhältnisse gesichert. „Von Normalität am Arbeitsmarkt sind wir also noch ein Stück entfernt“, betonte er.

Mehr Menschen konnten wieder Arbeit aufnehmen

Doch rechnet Withake noch in diesem Jahr mit einer Wende zum Besseren am Arbeitsmarkt. „Wir gehen davon aus: Sobald mehr konjunkturelle Stabilität in die Wirtschaft in NRW einzieht - auch als Wirkung des Konjunkturpakets des Bundes -, wird die Arbeitslosigkeit schon in diesem Jahr wieder zurückgehen und werden viele Menschen zurück in Arbeit finden“, sagte er.

Der Arbeitsmarktexperte sieht schon jetzt einige positive Trends. So sei der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juni schon deutlich geringer ausgefallen als in den stärker vom Lockdown geprägten Monaten April und Mai. Außerdem sei die Zahl der Menschen, die eine neue Arbeit aufnehmen konnten, im Vergleich zu den beiden Vormonaten wieder deutlich gestiegen. „Es ist wieder Belebung in den Arbeitsmarkt gekommen“, betonte Withake.

Regionale Unterschiede bei der Arbeitslosigkeit

Im Juni gingen bei der Arbeitsagentur in NRW noch 4444 Anzeigen für mögliche Kurzarbeit für insgesamt 77.000 Beschäftigte ein - ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vormonaten. Zum Vergleich: Im April waren bei der Arbeitsagentur noch fast 126.000 Anzeigen für mehr als 1,6 Millionen Personen registriert worden. Wie viele Arbeitnehmer in NRW tatsächlich von Kurzarbeit betroffen waren, wird sich allerdings erst in einigen Monaten sagen lasen.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit fiel im Juni regional sehr unterschiedlich aus. Am geringsten war er prozentual mit 1,5 Prozent in Ostwestfalen-Lippe, am stärksten mit 2,4 Prozent in Südwestfalen. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze lag zum Start der Sommerferien in NRW trotz der Pandemie mit rund 45.500 nur knapp unter dem Niveau des Vorjahres. Dem standen laut Arbeitsagentur gut 50.000 Bewerberinnen und Bewerber gegenüber, die noch keine Lehrstelle hatten. Rund 10.000 davon hatten allerdings nach eigenen Angaben bereits eine Alternative zur Verfügung, falls es mit dem Ausbildungsplatz nicht klappen sollte.

dpa

Lesen Sie jetzt