Corona-Krise: Praktische Hilfe nach der Geburt startet wieder

dzSchwangerschaftsberatung

Nach fast achtwöchiger Pause können die Ehrenamtlichen des Sozialunternehmens „wellcome“ Familien nach der Geburt eines Babys wieder praktisch im Alltag unterstützen. Es gibt aber Änderungen.

Nordkirchen, Olfen

, 11.06.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schwangerschaftsberatung läuft immer unter Beachtung der Hygieneregeln, teilt „wellcome“-koordinatorin Monika Heitmann mit. „Standort- und länderspezifisch ist es an immer mehr Standorten möglich, die aufsuchende Hilfe in den Familien wieder aufzunehmen. Auch im Dekanat Lüdinghausen unterstützen Ehrenamtliche wieder Familien mit Babys.“

„Sowohl die Ehrenamtlichen als auch die Familien haben auf diesen Tag gewartet.“
Monika Heitmann, „wellcome“-Koordinatorin

„Sowohl die Ehrenamtlichen als auch die Familien haben auf diesen Tag gewartet“, berichtet die Koordinatorin. Denn die ersten Wochen und Monate mit Baby seien für alle Eltern besonders herausfordernd – ganz besonders gelte das in der aktuellen Situation, in der die Corona-Pandemie Familien in ihrem Alltag vor zusätzliche Herausforderungen stelle: Elterntreffs und Rückbildungskurse fielen flach, die Großeltern konnten nicht mal eben zur Unterstützung vorbeikommen und ältere Geschwisterkinder mussten „nebenbei“ zuhause betreut werden, statt in Kita oder Schule. Die Ehrenamtlichen von „wellcome“ seien oft schmerzlich vermisst worden.

Kontakt zu Familien gehalten

Das Sozialunternehmen „wellcome“ stehe für Kontakt, Begegnung und Unterstützung, unmittelbar und persönlich. Die Verhaltensregeln in der Pandemie hätten die Ehrenamtlichen gefordert, gewohnte Wege zu verlassen und neue kreative Lösungen zu finden: Viele Ehrenamtliche hielten Kontakt zu den Familien per Telefon oder Messenger Dienste, manche übernahmen auch Einkäufe, lasen älteren Geschwisterkindern in einem Videotelefonat vor oder nähten Masken.

Das ist „wellcome“

  • „wellcome“ wurde 2002 in Hamburg von Sozialpädagogin Rose Volz-Schmidt gegründet
  • Es organisiert Praktische Hilfe nach der Geburt durch Ehrenamtliche
  • Es ist ein Angebot für alle Familien
  • „wellcome“ gibt es an rund 230 Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz
  • Es gibt rund 4.000 wellcome-Ehrenamtliche bundesweit im Jahr 2019
  • Schirmherrschaft bundesweit: Bundeskanzlerin Angela Merkel
Kontakt: „wellcome“ Lüdinghausen, Monika Heitmann, wellcome-Koordinatorin, Sozialdienst katholischer Frauen, Liudostraße 13, 59348 Lüdinghausen, Tel. (02591) 237120; E-Mail: luedinghausen@wellcome-online.de www.wellcome-online.de

Das Unternehmen „wellcome“ seit moderne Nachbarschaftshilfe für Eltern: Ehrenamtliche helfen für ein paar Monate ein- bis zweimal pro Woche ganz praktisch im Alltag. Die Ehrenamtlichen helfen, so wie es sonst Familie, Freunde oder Nachbarn tun würden. Sie gehen mit dem Baby spazieren, damit die Mutter Schlaf nachholen kann, begleiten die Zwillingsmutter zu Arztbesuchen oder spielen mit den Geschwisterkindern. „Sie stehen mit Rat und Tat zur Seite oder hören einfach zu“, sagt Monika Heitmann.

23 Ehrenamtliche

Im Dekanat Lüdinghausen, wozu neben Lüdinghausen die umliegenden Orte gehören, gibt es das Angebot von „wellcome“ seit zwölf Jahren, umgesetzt wird es in Kooperation mit dem Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Derzeit setzt sich das Team um Koordinatorin Monika Heitmann aus 23 Ehrenamtlichen zusammen. Allein im Jahr 2019 haben sie 28 Familien betreut.

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