Corona-Krise: Nachschub an Schutzmasken kommt

Coronavirus

Ärzte und Pflegekräfte arbeiten im deutschen Gesundheitswesen an vorderster Front, um die Corona-Epidemie einzudämmen. Die Helfer brauchen dafür jedoch mehr Schutzmaterial.

Berlin

19.03.2020, 18:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach Engpässen in der Versorgung mit Schutzkleidung sollen nun neue Schutzmasken geliefert werden.

Nach Engpässen in der Versorgung mit Schutzkleidung sollen nun neue Schutzmasken geliefert werden. © picture alliance/dpa

Im Kampf gegen das Coronavirus kommt staatlich organisierter Nachschub an Schutzausrüstung für Praxen und Krankenhäuser in Gang. Das Bundesgesundheitsministerium gab zehn Millionen dringend benötigte Atemschutzmasken zur weiteren Verteilung an die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Bundesländer, wie ein Sprecher nun sagte. Daneben gingen medizinische Hilfsgüter aus Deutschland an den besonders stark von der Corona-Epidemie betroffenen EU-Partner Italien. Masken, aber auch Schutzanzüge für medizinisches Personal sind derzeit weltweit knapp.

Die neuen Lieferungen an Schutzmasken sollen unter anderem an Praxen, Bereitschaftsdienste und Stellen für Testabstriche verteilt werden, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) erläuterte. Noch sei die Lage bei der Ausrüstung teils kritisch, sagte KBV-Chef Andreas Gassen: „So langsam laufen die Praxen leer.“ Allerdings sei das Schlimmste mit der aktuellen Lieferung wohl vorbei. Desinfektionsmittel gebe es genügend. Viele Hersteller belieferten Praxen direkt mit Mengen „im Fünf-Liter-Bereich“.

Spahn: Beschaffung von Schutzausrüstung nicht leicht

Die Bundesregierung hatte beschlossen, Schutzausrüstung, aber auch Ausstattung für Intensivstationen in Krankenhäusern ergänzend zentral zu beschaffen. Andere Akteure sollen aber weiterhin auch selbst einkaufen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) machte deutlich, dass die Beschaffung wegen der international angespannten Lage nicht leicht sei.

„Es hat lange gedauert, wir haben viel auch auf der Welt nach Lieferanten suchen müssen“, sagte er am Mittwochabend in der RTL-Sendung „stern TV“. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte kürzlich weitere 650 Millionen Euro für die Beschaffung von Schutzkleidung und von Material für die Intensivpflege bewilligt.

Schutzmasken werden in Bayern produziert

Atemschutzmasken sollen nun auch wieder in Bayern produziert werden, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Landtag in München sagte: „Wir haben jetzt die Eigenproduktion in Bayern mit mittelständischen Unternehmen auf den Weg gebracht.“ Spätestens ab nächster Woche solle die Produktion starten. Über den Bund würden an diesem Freitag auch 800.000 Atemschutzmasken nach Bayern geliefert.

Darüber hinaus habe Bayern 1000 Geräte für künstliche Beatmungen gekauft. Außerdem gibt es nun eine Meldepflicht für Beatmungsgeräte in privaten Praxen und Kliniken. „Notfalls müssen wir auch beschlagnahmen“, betonte Söder.

Kritik an Exportbeschränkungen

Der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza bedankte sich am Donnerstag bei Spahn für eine Lieferung medizinischen Materials aus Deutschland. Nach dpa-Informationen wurden am Mittwoch sieben Tonnen Hilfsgüter von der italienischen Luftwaffe ausgeflogen, darunter auch Beatmungsgeräte. Spahn betonte, europäische Partner müssten gerade unter Druck zusammenstehen.

Die Bundesregierung hatte wegen der Coronakrise zunächst weitgehende Exportbeschränkungen für Schutzmaterial verhängt. Daran gab es teils auch Kritik aus anderen europäischen Ländern.

RND

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