Corona-Impfstoff von Astrazeneca: EMA empfiehlt bedingte Zulassung

Coronavirus

Die Europäische Arzneimittelagentur hat grünes Licht für den Astrazeneca-Impfstoff gegen Covid-19 gegeben. Das inzwischen dritte Vakzin in der EU sei aber nicht für alle Altersgruppen geeignet.

29.01.2021, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Impfstoff von Astrazeneca hat eine Empfehlung zur bedingten Zulassung in der EU bekommen.

Der Impfstoff von Astrazeneca hat eine Empfehlung zur bedingten Zulassung in der EU bekommen. © picture alliance/dpa/PA Wire

Es gibt grünes Licht für die bedingte Zulassung eines weiteren Impfstoffs gegen Covid-19 in der Europäischen Union. Das vom britisch-schwedischen Pharmakonzern Astrazeneca in Kooperation mit Oxford-Forschern entwickelte Vakzin „AZD1222″ wurde für geeignet befunden - für Personen ab 18 Jahren.

Das teilte die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) am Freitag mit, nachdem die Mitglieder des Gremiums die Daten aus den Zulassungsstudien eingängig geprüft hatten. Die endgültige Entscheidung über die Zulassung muss nun die EU-Kommission treffen. Das gilt allerdings als Formsache.

Der Impfstoff von Astrazeneca ist damit neben den Präparaten von Biontech/ Pfizer und Moderna der dritte Impfstoff gegen Covid-19, der in der EU und damit auch Deutschland verteilt werden kann. Anders als die mRNA-Impfstoffe handelt es sich bei „AZD1222″ um einen sogenannten Vektorimpfstoff. Der Stoff enthält harmlose Schimpansen-Viren, deren Oberfläche so verändert wurden, dass sie den Bauplan für ein bestimmtes Eiweiß des Sars-CoV-2-Virus enthalten. Damit entwickelt der Körper eine Immunantwort gegen das Coronavirus.

Astrazeneca-Impfstoff vorerst nicht für über 64-Jährige geeignet

Das Mittel wies in Studien im Vergleich zu den anderen beiden zugelassenen Impfstoffen eine geringere Wirksamkeit auf - gab rund 70 Prozent an und nicht 95 Prozent. Für den vollen Schutz braucht es zwei Impfdosen - wie auch bei den Präparaten von Biontech und Moderna. Dafür soll der Astrazeneca-Stoff günstiger und in der Logistik einfacher zu handhaben sein. „AZD1222″ kann auf längere Sicht bei Kühlschranktemperatur gelagert werden und könnte damit auch in Arztpraxen einfacher zum Einsatz kommen.

In Großbritannien wird das Präparat bereits seit Januar eingesetzt, in allen Altersgruppen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland empfiehlt den Einsatz des Impfstoffes bislang hingegen nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahre. Die Daten für die Wirksamkeit bei Älteren reichten noch nicht für eine umfassende Zulassung aus.

Streit mit der EU-Kommission

Ungeklärt ist noch, wie viele Impfdosen von Astrazeneca in naher Zukunft in die EU-Staaten geliefert werden können. Seit dieser Woche gibt es einen Streit mit der EU-Kommission, weil das Unternehmen statt der ursprünglich erwarteten 80 Millionen Impfdosen im ersten Quartal nur 31 Millionen ausliefern will. Der Grund seien Produktionsprobleme und unpräzise Vertragsvereinbarungen.

Diese Erklärung ist den EU-Behörden zufolge aber unzureichend. Die EU-Kommission hat nach der Ankündigung von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag den Vertrag mit Astrazeneca veröffentlicht - allerdings wurden Preisvereinbarungen geschwärzt.

RND

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