Coppolas Film "Jugend ohne Jugend" im Kino

Am Anfang von "Jugend ohne Jugend", Francis Ford Coppolas Verfilmung der gleichnamigen Novelle des rumänischen Religionswissenschaftlers Mircea Eliade, steht ein Wunder - oder zumindest ein unergründliches Rätsel.

von Von Sascha Westphal

, 15.07.2008, 16:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Alexandra Maria Lara spielt die junge Veronica.

<p>Alexandra Maria Lara spielt die junge Veronica.

Rumänien 1937. Der 70-jährige Linguist Dominic Matei (Tim Roth) ist am Ende. Er kommt mit seiner Arbeit über den Ursprung der menschlichen Sprache nicht weiter. Sie wird wohl immer Fragment bleiben. Dabei hat er alles für sie geopfert, selbst seine große Liebe. Verzweifelt beschließt er, sich umzubringen.

Doch kurz bevor er seinen Plan umsetzen kann, trifft ihn ein Blitzschlag, den er trotz schwerster Verbrennungen überlebt. Als er im Krankenhaus unter Aufsicht eines von Bruno Ganz gespielten Arztes erwacht, ist er plötzlich wieder 30.

Geschichte um Liebe und Wiedergeburt 

"Jugend ohne Jugend", diese ständig zwischen Kunst und Kolportage, vertrackten Ideen und absurden Stereotypen hin und her springende Geschichte um Liebe und Wiedergeburt, markiert eines der bizarrsten Comebacks der Filmgeschichte. Immerhin liegen zehn Jahre zwischen diesem auf HD-Video gedrehtem Kunst-Experiment und Coppolas letztem Film, der für ein Hollywood-Studio gedrehten Grisham-Adaption "Der Regenmacher". Der Abstand zwischen diesen beiden Werken könnte aber auch sonst kaum größer sein.

Die philosophischen und spirituellen Hintergründe von Eliades Novelle liegen jenseits der Reichweite des Kinos. Also hat Coppola sich in der zweiten, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges spielenden Hälfte des Films ganz auf die tragische Liebesgeschichte zwischen Matei und der jungen Veronica (Alexandra Maria Lara), einer Widergängerin von dessen früherer Liebe, konzentriert. In Laras und Roth' eindringlichem Spiel spiegelt sich sowohl die Sehnsucht nach ewigem Glück wie auch das Wissen um dessen Unmöglichkeit. Es ist eine Liebe gegen die Zeit, die nur scheitern kann.

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