Comics von Heike Kati Barath zeigen Heranwachsende

Osthaus-Museum Hagen

Titel suchen die Besucher der Ausstellung "Mal" im Osthaus-Museum vergeblich. Bis auf eine Ausnahme, den „Sammler“, lässt Heike Kati Barath den Betrachter ganz allein bei der Suche nach der Intention hinter den Kunstwerken. Dabei stehen die Bilder, Installationen und Figuren auch so sehr gut für sich.

HAGEN

, 29.09.2017, 16:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Comics von Heike Kati Barath zeigen Heranwachsende

Heike Kati Baraths Bilder zeigen Heranwachsende. Bis auf eines, sind alle Gemälde ohne Titel.

Der Grund, weshalb es überhaupt zur der Ausstellung kommt, ist, dass Künstlerin Heike Kati Barath der Karl-Ernst-Osthaus-Preis verliehen wurde. „Wir haben uns in der Jury einstimmig entschieden“, erklärt Tayfun Belgin, Direktor des Museums. Der Schwerpunkt des Preises ist die figurative Szene – der Preis schient also wie gemacht für Barath.

Sie ist Professorin in Bremen und hat einige Studierende ausgewählt, die im Osthaus-Museum eine eigene Ausstellung haben. Ein Malerei-Tunnel führt die Besucher zum ersten Raum, in dem comichafte Köpfe von der Decke hängen. Diese Installation gibt einen ersten Vorgeschmack auf das Kunstverständnis Baraths.

Heranwachsende im Bikini oder mit Handy

Der nächste Raum ist mit neun meterhohen Leinwänden bestückt. Man muss durchlaufen, sich wie auf einer Straße durchschlängeln, um alles zu sehen. Auf Bilderrahmen sind von vorne comichafte Heranwachsende zu sehen. Manche im Bikini, manche mit einem Handy.

Heranwachsende sind Baraths Hauptmotiv, zeigt aus ihrer Sicht die Metamorphose vom Kind- zum Erwachsensein. Klassisch für Barath sind auch gemalte Skulpturen aus vier Leinwänden. Es sind moderne Figuren auf den Gemälden zu finden, auf denen eines nicht fehlen darf: Acrylfugendichter. Auf der Rückseite sind schwarze Löcher – aufgemalt oder eingebrannt.

Ein Bild von 1997, das eine Hand mit wulstigen Fingern vor grünem Hintergrund zeigt, ist ihr ältestes. Es erinnert an Werke von Philip Guston, der nur einer von vielen Künstlern ist, auf den Barath Bezug nimmt. Dem gegenüber hängt ein 16 Meter langes, düsteres Bild, das einen Steg zeigt. Die schwarze Farbe verläuft ins unsichtbare Meer – das beeindruckendste Gemälde der Ausstellung.

Barath möchte zu Interpretationen anregen

Mit dem Bild eines verletzten Hasen kehrt der Acrylfugendichter als Fell wieder. Auf einem anderen Gemälde sind auf einer schwarzen Landschaft viele weiße Punkten zu sehen – Augen, die wie Wölfe aus der Dunkelheit starren. Barath spielt nicht nur hier mit Illusionen, die zu Interpretationen anregen.

Osthaus-Museum Hagen: „Heike Kati Barath“, 30.9. (Eröffnung 16 Uhr) - 19.11., Museumsplatz 1, Di-So 11-18 Uhr.