Coesfelds Landrat zu Lockerungen: „Absprachen mit Nachbarkommunen“

Coronavirus

35 ist der Wert, bei dem Bund und Länder weitreichendere Lockerungen ins Spiel bringen. Der Kreis Coesfeld hat ihn schon unterschritten. Coesfelds Landrat mahnt aber zur Vorischt.

Nordkirchen, Olfen

, 12.02.2021, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hier wird eine Analyse auf Virus-Mutationen vorgenommen. Auch im Kreis Coesfeld wurden Mutationen festgestellt. Aber nicht nur deswegen ist der Kreis vorsichtig bei Lockerungen.

Hier wird eine Analyse auf Virus-Mutationen vorgenommen. Auch im Kreis Coesfeld wurden Mutationen festgestellt. Aber nicht nur deswegen ist der Kreis vorsichtig bei Lockerungen. © picture alliance/dpa

Es ist ein großer Schritt in die richtige Richtung: Seit mehr als zwei Wochen liegt der Kreis Coesfeld kontinuierlich unter dem Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Am Freitag, 12. Februar, ist der Wert mit 24,5 sogar sehr deutlich darunter.

35er-Inzidenz als Maßgabe für Lockerungen

Der Wert von 50 gilt als der Wert, bei dem die Gesundheitsämter noch gut eine Rückverfolgung der Infektionsfälle leisten können. Bei den Gesprächen von Bund und Ländern am Mittwoch, 10. Februar, war nun ein Inzidenzwert von 35 ins Spiel gebracht worden, ab dem Lockerungen bei dauerhafter Unterschreitung denkbar seien.

Als die Corona-Fälle zu Beginn der zweiten Welle im Herbst gestiegen waren, hatte der Wert von 35 bereits als so genannte „gelbe“ Frühwarnstufe vor dem roten Grenzwert 50 gestanden. Aktuell ist aber noch unklar, wie stark die Lockerungen unter einem Wert von 35 tatsächlich sein werden und wie die genauen Bedingungen aussehen, das prüfe die Landesregierung aktuell noch, schreibt zum Beispiel der WDR.


„Absprechen mit Nachbarkommunen“

Für den Kreis Coesfeld, der die 35 schon längst unterschritten hat, kommen Lockerungen aber nicht in Frage, wie Coesfelds Landrat Christian Schulze Pellengahr sagt: „Der Ruf nach einem kontinuierlichen Aufheben des Lockdowns liegt natürlich nahe und wäre sehr wünschenswert“, erklärt der Landrat in einer Pressemitteilung.

„Für unseren Kreis Coesfeld mit seinem hohen Pendleraufkommen, braucht es jedoch eine einheitliche Lösung mit den Nachbarkommunen, um den niedrigen Inzidenzwert nicht aufs Spiel zu setzen. Hierzu werden wir uns mit unseren Nachbarn entsprechend abstimmen“, sagt Schulze Pellengahr. So hatte sich der Kreis bereits kurz nach Unterschreitung der 50er-Inzidenz geäußert.

Der angrenzende Kreis Recklinghausen kommt am 12. Februar beispielsweise auf einen Inzidenzwert von 75,48, der Kreis Unna auf 60,01. Insgesamt sind die Inzidenzwerte aber deutlich gesunken. Den höchsten Inzidenzwert in NRW hat derzeit Hagen mit 119,8. Den niedrigsten Wert hat nach wie vor Münster mit nun nur noch 15,2.

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