Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Claus Dieter Clausnitzer feiert mit „Roten Rosen“ seinen 80. Geburtstag

dzDortmunder Schauspiel-Urgestein

34 Jahre gehörte Claus Dieter Clausnitzer zum Dortmunder Schauspielensemble. Er spielt im „Tatort“ Münster und in „Rote Rosen“, aber ein Millionenpublikum kennt ihn in einer anderen Rolle.

Dortmund

, 14.01.2019 / Lesedauer: 4 min

Die Dortmunder Schauspielfreunde kennen und lieben Claus Dieter Clausnitzer seit mehr als 42 Jahren. Von 1976 bis 2010 war der gebürtige Saarbrücker Ensemblemitglied des Dortmunder Schauspiels, und immer noch tritt er gerne und oft bei Lesungen auf – am Sonntag (20.1.) in der Auslandsgesellschaft an der Steinstraße in Dortmund. Ab 11 Uhr liest er dort Briefe von Beethoven. An diesem Dienstag wird er 80 Jahre alt.

Zeit, um den runden Geburtstag zu feiern, hat Clausnitzer nicht: Er steht an diesem Tag bei Dreharbeiten für die ARD-Telenovela „Rote Rosen“ in Lüneburg vor der Kamera. Seit sechs Staffeln spielt er da den Schuhmachermeister Hannes Lüder. Ab Ende Februar ist der Dortmunder in 100 der 200 Folgen, die 2019 gesendet werden, zu sehen.

Seit 2012 ist Clausnitzer der kiffende Taxifahrer

Schon abgedreht hat er zwei der drei Münster-„Tatorte“, die in diesem Jahr ausgestrahlt werden: Die Weihnachtsfolge, die im Dezember gesendet wird, und den Krimi, der im März zu sehen ist. Im März beginnen auch die Dreharbeiten für die dritte Folge.

Seit 2002 spielt Clausnitzer in der beliebtesten „Tatort“-Reihe den kiffenden Taxifahrer Herbert Thiel, Alt-68er und Vater von Kommissar Frank Thiel. „Ich bin ein Alt-68er, das fällt mir leicht, zu spielen“, erzählt Clausnitzer: „Es war eine schöne Zeit, ich kann aus dem Vollen schöpfen an Erinnerungen. Aber ich hab‘ ja schon alles gespielt – vom Adeligen bis zum Bauern, vom Verbrecher bis zum Liebhaber.“

Mehr als 200 Rollen hat er in Dortmund gespielt

In mehr als 200 Rollen hat er am Dortmunder Schauspiel beeindruckt, rund 120 davon waren Hauptrollen. Und 180 Mal war er in Brochs „Erzählung der Magd Zerline“ mit Helga Uthmann dabei. „Da hab ich ja nur auf der Couch gelegen und Helga zugehört. Aber das war eine große Freude“, erinnert sich der Schauspieler.

Später stand Clausnitzer mit Helga Uthmann in Turrinis „Maria und Josef“ auf der Bühne. Helga Uthmann ist 2013 mit 80 Jahren gestorben.

Claus Dieter Clausnitzer feiert mit „Roten Rosen“ seinen 80. Geburtstag

Seit 2012 spielt Claus Dieter Clausnitzer im Münster-“Tatort“ den kiffenden Taxifahrer-Vater von Kommissar Thiel (Axel Prahl, links). © dpa

An die deutsche Erstaufführung von Taboris „Mein Kampf“ 1988 in Dortmund erinnert sich der Kammerschauspieler, zu dem Clausnitzer 2007 ernannt wurde, gerne. Auch an seinen „Faust“ von Goethe 1993 und die Titelrolle in Tankred Dorsts „Korbes“, für die er 1990 den NRW-Schauspielpreis bekam. „Die Zeit, als Guido Huonder Schauspielchef war, war sehr schön“, sagt Clausnitzer.

„Warum gehst Du denn ins Ruhrgebiet, da ist es doch so dreckig“, haben die Kollegen Claus Dieter Clausnitzer gefragt, als er Bremen, wo er mit Tabori gearbeitet hat, verlassen hat. „Ich wollte anfangs immer zurück nach Bayern“, erzählt der Schauspieler, der in München studiert und am Residenztheater gespielt hat. Aber er wurde Dortmunder. Mit ganzem Herzen – auch für den BVB.

Kampf für das Dortmunder Schauspielhaus

Für sein Dortmunder Schauspielhaus ist Clausnitzer 1986 auf die Straße gegangen, als die Schließung der Sparte drohte. „Da ging es uns ganz schön an den Kragen. 60.000 Unterschriften haben wir gesammelt und das Haus gerettet“, sagt der Schauspieler stolz.

Dass das Dortmunder Schauspiel mit Kay Voges so erfolgreich ist, gefällt dem Urgestein der Dortmunder Bühne: „Wir haben früher auch immer versucht, was anderes zu machen. Es ist wichtig für die Jugend, dass sie den alten Zopf nicht weiterflechten will. Man muss künstlerisch am Puls der Zeit sein. Kay Voges hat das Rad um 180 Grad gedreht. Er hat großen Erfolg damit, und das finde ich toll.“

Einem Millionenpublikum ist Claus Dieter Clausnitzer jedoch nicht als Bühnenschauspieler oder durch seine Auftritte im „Tatort“ (im Kölner „Tatort“ hatte er eine Gastrolle als Wirt) und „Rote Rosen“ bekannt, sondern als Darsteller in Loriot-Sketchen. In der Geschichte vom „Lottogewinner“, der eine Herrenboutique in Wuppertal eröffnen will, spielt er den Regisseur – wie auch im „Tortenwurf“, wo die Sahnetorte überall landet, nur nicht dort, wo sie soll.

Zweite Heimat Indonesien

„Ich war damals mit Evelyn Hamann in Bremen engagiert, für die Dreharbeiten zum ‚Tortenwurf‘ bin ich dann schon von Dortmund nach Bremen gefahren“, erinnert sich der Schauspieler: „Von Vicco von Bülow habe ich Präzision gelernt. Bei Sketchen und Comedy kommt es noch mehr als im Theater auf das Timing an.“ Das Gespür, Humor auf den Punkt zu bringen, hat Clausnitzer dann ab 2011 auch in der Comedy-Serie „Knallerfrauen“ bewiesen.

Ein wahnsinniges Arbeitspensum absolviert der Publikumsliebling noch mit 80 Jahren. Kraft tankt er mit seiner Ehefrau vier Wochen im Jahr in seiner „zweiten Heimat“ Indonesien, auf der Insel Lombok. „Solange der Stress positiv ist, geht‘s. Wenn es in Arbeit ausartet, muss man aufpassen“, sagt Claus Dieter Clausnitzer. Aber nach harter Arbeit sieht es nie aus, wenn er auf der Bühne steht. Nur nach Perfektion und ganz großer Freude.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt