"Chappie": Netter Jux erzählt von einem Kind aus Stahl

Neu im Kino

Dass Regisseur Neill Blomkamp ein Händchen für SciFi-Stoffe hat, zeigte er mit seinem Knaller-Debüt „District 9“, dem der Blockbuster „Elysium“ folgte. Sein „Chappie“ ist nun ein Roboter-Märchen mit der Seele eines Kinderfilms.

04.03.2015, 18:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sharlto Copley spielt den Roboter Chappie

Sharlto Copley spielt den Roboter Chappie

Der kindliche Roboter Chappie und sein Schöpfer, dazu ein kriminelles Pärchen, zu dem Chappie „Mami“ und „Ninja“ sagt. Und einen Onkel gibt es auch in dieser bizarren Patchwork-Familie. 

Nicht ernst zu nehmen

Die Freigabe ab zwölf Jahren überrascht. Grundsätzlich liegt die FSK aber richtig, wenn sie die Komödien-Anteile über ein, zwei drastische Szenen stellt. Blutig ernst nehmen sollte man „Chappie“ nicht, selbst wenn er von schweren Jungs bevölkert ist.

Auch hartgesottene Verbrecher werden weich, wenn Robot junior spielend die Welt entdeckt. Andere sagen Mama, Chappies erstes Wort heißt „Uhr“. Der drollige Tunichtgut aus Titan hat mehr mit „Wall-E“ oder dem Helden aus „Nummer 5 lebt“ gemein als mit Paul Verhoevens „Robocop“.

Naiver Vierjähriger aus Stahl

Obwohl sich Blomkamp kräftig bei Verhoeven bedient: Im Johannesburg der Zukunft wachen unverwüstliche Polizei-Robots über das Gesetz. Ingenieur Deon (Dev Patel aus „Slumdog Millionaire“) hat sie entwickelt. Heimlich träumt er von einer fühlenden Maschine. Als er dem lädierten Modell 22 einen Bewusstseins-Chip einpflanzt, ist Chappie geboren: ein naiver Vierjähriger aus Stahl.

Er imitiert, was seine Zieheltern (Ninja und Yo-Landi vom Rap-Duo „Die Antwoord“) ihm vormachen. Hol Dir das Auto! Ja, fein! Sie richten Chappie zum Autoklauen ab. Haha - bald trägt er Goldkettchen wie ein Gangsta-Rapper. Der Witz ist infantil, nicht eben tiefgründig, aber amüsant. Deon hat einen Rivalen (Hugh Jackman), der die Polizei-Roboter sabotiert, um sein eigenes Modell (Design: siehe „Robocop“) zu testen. In tricktechnisch perfekten Action-Scharmützeln beharken sich Chappie und der Andere. Etwas fürs Herz gibt es auch: Chappies „Uhr“ läuft ab, er braucht eine neue Hülle.

Wir drücken ihm die Daumen, erfolgreich hat Blomkamp den Roboter als liebenswerten Charakter etabliert. Ein unterhaltsamer kindischer Jux, den mancher unsagbar blöd finden wird.

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