CDU stimmt für Westfalentarif – anderen Fraktionen ist „Busfahren zu teuer“

dzMobilität Kreis Borken

Für die SPD steht fest: Das Busfahren im Kreis ist zu teuer. Sie stimmte am Dienstag gegen einen neuen Westfalentarif, zusammen mit UWG und Die Linke/Piraten. Die CDU setzte sich aber durch.

von Horst Andresen

Kreis Borken

, 04.12.2019, 16:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mobilität im Münsterland mit Einbindung des Kreises Borken: Das war am Dienstagabend ein zentrales Thema im Kreisausschuss. Das Projekt S-Bahn-Münsterland, am Montag in Münster vorgestellt, soll erhebliche Verbesserungen im Nahverkehr bringen.

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In den Kreisen Coesfeld und Borken könnten nach den Plänen der Projektmacher bereits zum nächsten Fahrplanwechsel „erste Verdichtungen der Verbindungen nach Münster oder Essen angeboten werden“, wie sie betonen, soll heißen: Geplant sind 30-Minuten-Taktungen zum Beispiel von Borken nach Essen und Münster nach Enschede. Landrat Dr. Kai Zwicker ordnete die Maßnahme als „gewaltig“ ein: „Das Ganze ist eine technische Ertüchtigung vorhandener Strecken.“

Westfalentarif soll Preissteigerung mit sich bringen

Alles sollte bezahlbar sein – gleichwohl monieren tägliche Nutzer der hiesigen Buslinien (zu) hohe Preise. Zum 1. August nächsten Jahres soll ein einheitlicher Westfalentarif eingeführt werden mit Preissteigerungen von bis zu 2,2 Prozent, allerdings auch einer Vergünstigung von 20 Prozent für das 9-Uhr-Tagesticket. Vorteil: Wenn sich alle einig werden, kann mit einem Ticket durchs ganze Land gereist werden – trotz noch unterschiedlicher Tarifzonen.

SPD stellt Ampeln auf Rot

Für die SPD stellte Fraktionschefin Elisabeth Lindenhahn die Ampel auf Rot: Der Personennahverkehr sei „schlicht und ergreifend zu teuer“. Es müsse alles auf den Kopf gestellt werden – und zwar jetzt. Bund und Länder sollten sich an Beförderungkosten beteiligen, damit die Menschen vom Auto in Bus und Bahn umstiegen. Der Meinung der SPD schlossen sich auch UWG und die Gruppe Die Linke/Piraten an: Sie stimmten geschlossen gegen den Tarifentwurf, die Grünen enthielten sich. Gleichwohl setzte sich die CDU-Mehrheitsfraktion mit neun Ja-Stimmen durch. Die Entscheidung trifft der Kreistag.

Die Fraktion der Grünen beantragt zur kommenden Kreistagssitzung nächste Woche Donnerstag (12. Dezember, 17 Uhr, Kreishaus), im Kreis ein 365-Euro-Ticket einzuführen. Sie stellt sich das „Münsterland als Modellregion“ vor nach dem Motto: jeden Tag einen Euro zahlen und damit überall den Nahverkehr nutzen. In Österreichs Hauptstadt Wien sei das schon Realität.

Zugverbindung Münster-Enschede-Zwolle: Euregio-Rat macht Dampf

Einstimmig hat sich der Euregio-Rat bei seiner jüngsten Sitzung in Oldenzaal/Niederlande für das Verkehrsprojekt Euregio-Rail ausgesprochen. Darin geht es nach Mitteilung des Kommunalverbandes um infrastrukturelle, technische und nutzerfreundliche Verbesserungen insbesondere auf den Schienenverbindungen Münster-Enschede-Zwolle sowie Dortmund-Enschede.

Mehrere Redner im Rat sprachen von einer „großen Bedeutung“ hinsichtlich der Optimierung der grenzüberschreitenden Mobilität. Großes Unverständnis äußerten die Vorsitzenden aller drei im Rat vertretenen Fraktionen darüber, dass die Arbeiten zur Verbesserung der Verbindung Berlin-Amsterdam aus dem Projekt herausgenommen wurden. Der Änderung waren laut Mitteilung unterschiedliche Meinungen zwischen den niederländischen Projektpartnern in der Frage vorausgegangen, ob und wie diese Strecke Teil der Maßnahme sein sollte. Alle Fraktionsvorsitzenden waren sich in der Sitzung einig, dass diese Verbindung Teil des Projektes hätte bleiben müssen.

Strecke Arnheim-Duisburg soll ausgebaut werden

Auch ohne Interreg-Zuschüsse sollen gleichwohl zwei Verbindungen gefördert werden: Amsterdam-Berlin über Hengelo-Osnabrück (die bereits besteht) sowie Arnheim-Duisburg (eine Strecke, die in Zukunft aufgebaut werden soll). Diverse Partner sollen mitmachen, betonten die Ratsmitglieder. Die Euregio werde sich in beide Fördermaßnahmen einbringen.

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