CDU steht in der K-Frage hinter Laschet – Gespräch mit Söder noch heute geplant

Kanzlerkandidatur

CDU-Chef Armin Laschet ist nach der Präsidiumssitzung persönlich vor die Öffentlichkeit getreten. Schon zuvor war durchgesickert, dass er aus den eigenen Reihen viel Rückendeckung erhalten hatte

Berlin

12.04.2021, 15:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
CDU-Chef Armin Laschet.

CDU-Chef Armin Laschet. © picture alliance/dpa

Ursprünglich sollte allein Generalsekretär Paul Ziemiak die Öffentlichkeit am Montagnachmittag über das Ergebnis der CDU-Präsidiumssitzung informieren. Parteichef Armin Laschet ließ sich diese Gelegenheit allerdings nicht nehmen und trat kurzfristig ebenfalls vor die Hauptstadtpresse. „Ich habe mich sehr gefreut über die große Unterstützung im Präsidium und im Bundesvorstand“, sagte Laschet in Berlin.

Aus dem CDU-Präsidium hatte Laschet am Montagvormittag viel Rückendeckung erhalten. Die in Präsenz tagende Runde sprach sich „einhellig“ – wie Ziemiak sagte – dafür aus, dass der nordrhein-westfälische Ministerpräsident die Kanzlerkandidatur für sich reklamieren und nicht CSU-Chef Markus Söder überlassen solle.

„Alle wollen eine schnelle Entscheidung“

Weitere Beratungen mit dem bayerischen Ministerpräsidenten sollen zeitnah stattfinden. „Ich werde recht bald heute mit ihm das Gespräch suchen“, betonte Laschet. „Eines war erkennbar: Alle wollen eine schnelle Entscheidung. Die Fakten liegen alle auf dem Tisch.“

Das CSU-Präsidium hatte für den Nachmittag angekündigt, über die K-Frage beraten zu wollen. Laschet und Söder hatten am Sonntag erstmals öffentlich ihre Bereitschaft erklärt, als Spitzenkandidat der Union in den Bundestagswahlkampf ziehen zu wollen.

Der CDU-Chef ist um schnelle Klarheit bemüht, weil die Probleme angesichts der Corona-Pandemie „so groß sind, dass wir uns nicht länger mit innerparteilichen Themen beschäftigen sollten, sondern mit den großen Aufgaben, die vor Deutschland liegen“, sagte Laschet. Und er ergänzte: „Ich bin sicher, dass wir gemeinsam alle Chancen haben, die Bundestagswahl zu gewinnen.“

Laschet sagt der AfD den Kampf an

Sein Ziel: ein „modernes Deutschland“, betonte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. „Ich will, dass wir die Klimaschutzfrage mit wirtschaftlichen Fragen verbinden. Ich will dafür kämpfen, dass wir ein Industrieland bleiben.“ Zudem strebe er ein „nachhaltiges, aber auch vielfältiges Land“ an. „Wir wollen Millionen Menschen mit einer Einwanderungsgeschichte, die unsere Werte teilen, ebenfalls zu Wählerinnen und Wählern der Union machen. Die Chance ist so groß wie nie“, sagte Laschet.

Außerdem erklärte er der AfD, die am vergangenen Wochenende einen Präsenzparteitag in Dresden abgehalten hatte, den Kampf. Diese Veranstaltung zeige, „dass die Lage ernst ist“. Laschet sprach von einer „Kampferklärung gegen alles, was unsere Republik ausmacht“.

Die AfD leugne die Pandemie, den Klimawandel und wolle Deutschland aus der EU herausführen. „Diese Partei darf keinen Einfluss auf die politische Gestaltung haben“, sagte Laschet. „Dafür werde ich persönlich stehen.“

RND