Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

WLT zeigt Apostel Paulus als unbequemen Aufrührer

Ab 16. Mai

Das Westfälische Landestheater zeigt eine Woche lang "Der Heilige Paulus" und geht damit an die Entstehung des Christentums. Bequem war der heilige Paulus nicht, eher ein Aufrührer unter den Aposteln, der mit seinen Ideen die junge Gemeinschaft der Kirche spaltete.

CASTROP-RAUXEL

09.05.2011
WLT zeigt Apostel Paulus als unbequemen Aufrührer

Andreas Kunz als unbequemer, aufrührerischer Paulus in der WLT-Inszenierung.

„Wir gehen an die Quellen, eben ganz weit zurück und fragen uns, woher kommt eigentlich das Christentum“, sagt WLT-Regisseur Tankred Schleinschock und bringt damit den Inhalt seines Stückes „Der Heilige Paulus“ auf den Punkt.

„Und sie waren ein Herz und eine Seele“. Diese Beschreibung der Urchristen durch den Evangelisten Lukas war ein Wunschtraum. Das Gegenteil entsprach der Realität: Scharfe Auseinandersetzungen prägten ihr Leben. Uralte Hoffnungen auf nationale Befreiung durch einen Messias lagen in der Luft. Einige Juden erkannten den Messias in dem Juden Jesus. Als der gekreuzigt wurde, kam es zum Konflikt.

Ein Gekreuzigter Messias ist eine Katastrophe, ein Skandal, eine völlige Unmöglichkeit. So sah es zunächst auch der aus Tarsus (heute in der Türkei) stammende Paulus. Nach seiner Bekehrung verkündete er fortan das Paradox des gekreuzigten und auferstandenen Messias, obwohl er wie Petrus Zeit seines Lebens Jude bleibt. Aber er brachte seine Botschaft nicht nur den Juden, sondern gerade den Nichtjuden.

Tankred Schleinschock und Dramaturg Christian Scholze nähern sich dem heiligen Paulus in einer offenen theatralischen Form, angesiedelt zwischen Lesung (Erzähler: Hanns Kessler), Gesang (Barbara Boecker und Jenny Braunschweig) und Spiel. Die mit 150 Minuten sehr lange Collage aus Szenen und Dokumenten, aus Fakten und Fiktion, fällt in zwei ganz unterschiedliche Teile, einem flotten, ironischen und (religions-) politisch völlig unkorrekten Road-Play-Stationendrama mit Video-Standbildern und Live-Cam-Einsatz (Mark Mahn) vor und einem sehr intensiven Kammerspielnach der Pause.

Die entstandene Handlung basiert auf historischen Fakten und fundierter Fiktion. Die vierstimmigen Chorkompositionen aus den letzten 40 Jahren beruhen auf Texten des niederländischen Dichters und Theologen Huub Oosterhuis.   Für alle Aufführungen gibt es noch Karten an der Theaterkasse, Tel. (02305) 97 80 20. Das Stück läuft an folgenden Terminen im WLT-Studio:

  • Montag, 16. Mai, 20 Uhr
  • Dienstag, 17. Mai, 20 Uhr
  • Mittwoch, 18. Mai, 20 Uhr
  • Donnerstag 19. Mai, 20 Uhr
  • Freitag, 20. Mai, 20 Uhr
  • Samstag, 21. Mai, 20 Uhr
  • Sonntag, 22. Mai, 18 Uhr
Lesen Sie jetzt