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Teure Vorliebe für Buntmetall

Castrop-Rauxel Er sammelt Buntmetall. Doch mit den beiden Halteverbot-Schildern in leuchtendem Rot und Blau hatte er es doch zu bunt getrieben.

von Von Gabriele Regener

, 02.11.2007

Die Verkehrsschilder stachen einem Polizisten ins Auge, als er im Juli die Wartburgstraße gen Norden befuhr. Der 43-jährige Angeklagte hatte sie auf dem Gepäckträger seines Fahrrades befestigt. Er habe die Schilder verkaufen wollen, gab er vor Gericht zu. Mit Altmetall versucht der seit langem Arbeitslose, seine bescheidenen Verhältnisse etwas aufzubessern. Doch beim Suchen und Finden weicht er immer wieder vom ehrlichen Pfad ab.

Wiederholungstäter

Erst im letzten Jahr hatte er auf demselben Stuhl im Gericht gesessen, weil er - wieder per Rad - Aluleisten "gefunden" und abtransportiert hatte. Insgesamt weist das Vorstrafenregister 18 Eintragungen auf, fast immer Diebstähle. Für eine der Taten, für die er vor knapp zwei Jahren zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden ist, läuft die Bewährungsfrist noch. Da kann er beinahe von Glück sprechen, dass die beiden Schilder keinen hohen Wert haben, sonst wäre die Bewährung hinfällig und er hätte hinter Gitter gemusst.

So aber beließ es Richter Schwarz bei einer Geldstrafe. Die Staatsanwaltschaft hatte 90 Tagessätze zu jeweils zehn Euro gefordert, er reduzierte auf 90 Tagessätze à fünf Euro. Für die bescheidenen finanziellen Verhältnisse der Familie des Angeklagten immer noch ein dicker Batzen. Zumal derzeit noch die Raten für eine weitere Geldstrafe abgestottert werden.

Das riet ihm Richter Schwarz auch im aktuellen Fall dringend an. Denn ansonsten heißt es doch noch Gefängnis. Und zwar ein Tag Knast pro Tagessatz - drei Monate also. Und das, so Schwarz, sei angesichts der vollen Justizvollzugsanstalten und der immensen Kosten für die Staatskasse wirklich nicht angemessen.

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