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"Perfekter Ausgleichssport zum Bürojob"

Babyturnen

Am Ende der Stunde stehen Christian Grasse deutlich sichtbar die Schweißperlen auf der Stirn. Der junge Vater macht einen kaputteren Eindruck als seine zweijährige Tochter Greta, mit der an diesem Morgen gemeinsam zum Babyturnen in den Heilig-Kreuz-Kindergarten gekommen ist.

DORF RAUXEL

von Von Michael Fritsch

, 11.05.2011
"Perfekter Ausgleichssport zum Bürojob"

Eine schöne bunte Turnlandschaft hat Claudia Holtkotte (Mitte) aufgebaut. Da macht den Kleinen Bewegung Spaß.

"Ich sitze ansonsten den ganzen Tag in meinem Büro am Schreibtisch, da ist das hier guter Ausgleichssport", sagt der Herner, der glücklich darüber ist, dass er nach der Geburt seiner zweiten Tochter Clara zwei Monate Elternzeit genommen und deshalb Zeit für Greta hat. "Das ist doch mit keinem Geld zu bezahlen", sagt er. Christian Grasse ist an diesem Morgen der einzige Mann unter Frauen, die ihren Nachwuchs regelmäßig zu dieser Turnstunde begleiten. Leiterin Claudia Holtkotte will ihn gleichwohl nicht als Ausnahme sehen: "Ich finde den Ausdruck Mutter-Kind-Turnen schrecklich. Es kommen doch ganz oft Omas, Opas, Tanten oder Tagesmütter mit." Doch wie man die Veranstaltung nennt, ist eigentlich auch egal, entscheidend ist, wie sie ankommt. Und da schaut man ausschließlich in lachende Gesichter.

Greta macht gerne richtig Meter im Turnraum, Bauchfletscher auf die Turnmatte und funktioniert die Hängematte zur Schaukel um, Alisa springt auf dem Trampolin, Lenni schnappt sich den Rollwagen und nimmt hinten bisweilen sogar noch einen Kumpel mit. "Für die Kinder in diesem Alter ist die Motivation das Entscheidende", sagt Claudia Holtkotte. Die 44-Jährige ist seit 23 Jahren als Erzieherin im Geschäft und leitet außerdem noch einen Babymassage-Kurs im Anschluss an das Turnen. Zwar werde angeleitet und vorgemacht, jedoch keine gemeinsamen Übungen veranstaltet: "Das würde sofort im Chaos enden", weiß die Deininghausenerin, die früher selbst an der Wilhelmstraße arbeitete, dann aber ans Evangelische Krankenhaus ans Babynest wechselte.

Für das Babyturnen ist das Mindestalter 10 Monate, ein Höchstalter ist nicht festgelegt. Auf dem Programm stehen Sing- und Bewegungsspiele nach einem festgelegten Ritual. Zunächst gibt´s eine Singerunde mit viel Bewegung und ein Kreisspiel, dann steht ein wöchentlich wechselndes Spielgerät im Mittelpunkt des Geschehens, und zuletzt geht´s ab in die freie Turnlandschaft. Wo sich die Kinder nach Herzenslust austoben und ihren Bewegungsdrang ausleben können. Auch der Schluss wird wieder zelebriert: "1, 2, 3, das Spielen ist vorbei" und "Alle Leute gehen nach Haus" gesungen. Und alle Leute freuen sich auch schon wieder auf den nächsten Dienstag, wenn die Post auf der Wilhelmstraße wieder abgeht . . .  

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