Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Nansen-Realschule will keine Abstriche hinnehmen

Schulentwicklung im Norden

Die Fridtjof-Nansen-Realschule (FNR) will nicht an ihrem Status als Realschule rühren lassen. Das machte Schulleiter Alfred Horn nun auf einer Bürgerversammlung unter dem Beifall der rund 350 Teilnehmer unmissverständlich klar.

HABINGHORST

von Von Michael Fritsch

, 19.05.2011
Nansen-Realschule will keine Abstriche hinnehmen

Bürgerversammlung in der FNR-Aula zur Schulentwicklung. Am Podium links stehend: Schulamtschef Volker Hilgenstock.

In einer Art Kampfansage an Schuldezernentin Petra Glöß und Schulamtschef Volker Hilgenstock stellte Horn unter Bezugnahme auf die entsprechenden Empfehlungen des Schulentwicklungsplanes, die der FNR einen langfristige Zukunft prognostizieren, fest: "Wir werden unsere Schule trotz zurückgehender Bevölkerung auch im Schuljahr 2020/21 noch dreizügig fahren. Die Zahlen sprechen für uns." Zwar werde seine Schule, so Horn, an der Steuerungsgruppe teilnehmen, die bis September 2012 maßgeblich über die künftige Schullandschaft entscheiden soll.

Er wolle sich nicht dem Vorwurf von Eltern anderer Schulen aussetzen, dass er sich durch Verweigerung einer Schließung der Franz-Hillebrand-Hauptschule (FHHS) schuldig mache. Gleichwohl, so Horn, mache er keinen Hehl daraus, dass er sich damit in einer "unglücklichen Situation" befinde. Wörtlich sprach er dann den alles entscheidenden Satz: "Ich stehe vor der Situation, dass ich als Realschulleiter nur für meine Schule sprechen kann. Und deshalb keine Veranlassung für ein Kooperationsmodell sehe, an dessen Ende die Auflösung der Realschule steht."

Eine Haltung, in der Horn in der anschließenden Debatte von zahlreichen Eltern und Schülern der FNR demonstrativ und lautstark unterstützt wurde. Sie bildeten den Großteil der Zuhörerschaft. Schulleitung und Kollegium war es sichtbar gut gelungen, für die Bürgerveranstaltung zu mobilisieren. "Wir können notfalls auch noch mehr", machte eine Lehrerin deutlich, dass diese Position uneingeschränkt geteilt werde. Gleichzeitig kündigte Horn an, dass sich die FNR bereits jetzt darauf einstelle, künftig mehr Hauptschüler ans Schulziel zu bringen. Zu konkreten Maßnahmen werde es in der kommenden Woche eintägige Lehrerklausur geben. Im Gespräch seien kleinere Klassen, Aufteilung von Klassen in kleine Lerngruppen sowie die Konzentration auf unverzichtbare Lerninhalte.

FHHS-Chef Peter Braukmann bestätigte den Rückzug von der bisher verfolgten Maximalposition, die Hauptschule zu erhalten. Das wäre der Situation nicht gerecht. Statt dessen müsse jetzt die Frage beantwortet werden, wie den Schülern am besten gedient wäre. Glöß und Hilgenstock hatten es angesichts der emotional stark aufgeladenen Diskussionsrunde schwer, mit ihren Argumenten durchzudringen. Beide verwiesen mehrfach auf die Sachzwänge, die sich aus der demografischen Entwicklung ergäben sowie die Vorgaben des Schulgesetzes und der Schulaufsicht. "Ich bitte Sie, nur zu rechnen", bat Glöß die Eltern: "Wenn wir nur noch sechs Klassen im Norden bilden können, dann können wir die nicht auf drei Schulen verteilen." 

Lesen Sie jetzt