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Kulturhauptstadt: Warten aufs Geld

CASTROP-RAUXEL „Alle Projekte...“, Bürgermeister Johannes Beisenherz blättert nochmal kurz in seinen Unterlagen, „ja, alle Projekte sind sehr bedeutsam.“ Fristgerecht hatte die Stadt insgesamt neun Vorschläge zur Kulturhauptstadt 2010 eingereicht. Jetzt bleibt den Projektverantwortlichen nur das Warten auf eine Entscheidung aus Essen.

von Von Benedikt Reichel

, 28.11.2007
Kulturhauptstadt: Warten aufs Geld

"Odysseus Schwestern" machen mit.

Dort liegen derzeit etwa 1800 Ideen auf dem Schreibtisch der Ruhr.2010 GmbH. Mit einer Entscheidung ist nicht vor März 2008 zu rechen. „Wir können auch nicht erwarten, dass Essen alles ausfinanziert“, dämpfte Kulturdezernent Michael Eckhardt gestern die hohen Erwartungen. Selbst wenn das Kulturhauptstadtbüro ein Projekt für würdig befindet, heißt dies noch lange nicht, dass Gelder fließen. Im Zweifel gibt es lediglich einen Stempel mit der Aufschrift: „Kulturhauptstadt geprüft“.

Ohne Geld kein "Rössl"

Doch der reicht kaum aus, um die vielen Ideen in die Realität umzusetzen. Theaterpädagoge Jörg Weirauch bringt es auf den Punkt: „Ohne Geld aus Essen oder von anderen Sponsoren wird es das ‚Rössel 2010‘ nicht geben.“ Zusammen mit jungen Künstlern aus der Europastadt – so der Plan – möchte Weirauch „Das weiße Rössl am Wolfgangsee“ neu auf die Bühne bringen. Schauspieler und Musiker müssten aber auch bezahlt werden.

Stadt hilft Sponsoren suchen

Bürgermeister Beisenherz verspricht deshalb: Wer den Gütestempel aus Essen bekommt, kann sich vertrauensvoll an die Stadt wenden, die z.B. bei der Sponsorensuche helfen könne.

"Odysseus Schwestern" sind dabei

Fünf Ausstellungen und jeweils zwei Theater- und Musikprojekte gilt es zu stemmen. Währen die meisten Vorschläge noch in den Kinderschuhen stecken, ist neben Roy Kifts 2010 Gedichten (RN berichteten) die Agora Planungsvorreiter. Die Theatergruppe „Odysseus Schwestern“ will zusammen mit Tanzgruppen, Schülern und Senioren die Geschichte von „Momo“ (Michael Ende) als interkulturelle Parabel aufführen. Das ist nur der Auftakt: Auch nach 2010 soll alle zwei Jahre ein Stadttheater von und für die Castrop-Rauxeler aufgeführt und so der Gedanke der Kulturhauptstadt weitergetragen werden – mit oder ohne Geld aus Essen.

Die Castroper Projekte:

  • Galerie Grosche und Ursula Commandeur starten einen Staffellauf zwischen 60 Künstlern und vernetzten das Ruhrgebiet.
  • 50 Jahre Chor-Partenschaft zwischen St. Elisabeth-Obercastrop und St. Louis aus Vincennes: 2010 gibt es zwei Konzerte.
  • Jörg Weirauch will mit Künstlern der Europastadt „Das weiße Rössl am Wolfgangsee“ neu inszenieren.
  • Künstler aus Castrop-Rauxel und Recklinghausen stellen „Zu Wasser und zu Lande“ aus. Unter anderem auf der Ostara.
  • Die Agora inszeniert mehrere Theaterstücke mit Profi- und Laienschauspielern. Erstes Projekt: „Momo“ von Michael Ende.
  • Die Galerie Schwenk sammelt Kunstwerke zum Thema „unterwegs mit kleinem Gepäck...“.
  • Harald Leyk, Peter Schäfer und die Musikschule Altstadt komponieren ein Lied über Castrop-Rauxel.
  • Die Deutsch-Finnische-Gesellschaft lädt Schüler aus den Partnerstädten Kuopio und Gera zum Maltreff nach Castrop ein.
  • Roy Kift pflastert die Innenstadt mit 2010 Gedichten zu.
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