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Eltern nehmen Schließungspläne nicht hin

Grundschule Grüner Weg

Die Eltern der Grundschule Grüner Weg werden alle politischen und rechtlichen Mittel ausschöpfen, um die von der Stadt mittelfristig beabsichtigte Schließung der Schule im Stadtteil Obercastrop zu verhindern.

OBERCASTROP

von Von Michael Fritsch

, 10.05.2011
Eltern nehmen Schließungspläne nicht hin

AK Schulentwicklung Grüner Weg mit Nicola Brand-Distelhoff, Jo Reinertz, Nicole Pettau und Thomas Paschek v. l.

Das machten die Schulpflegschaftsvorsitzende Nicole Pettau, ihre Stellvertreterin Nicola Brand-Distelhoff sowie wie Jo Reichertz und Thomas Paschek vom Arbeitskreis Schulentwicklung bei einem Gespräch in unserer Redaktion klar. "Wir werden notfalls beim Düsseldorfer Schulministerium intervenieren und uns mit juristischen Mitteln wehren", kündigte Reinertz im Namen aller an. Gleichzeitig erhoben die Mütter und Väter betroffener Kinder schwere Vorwürfe gegen die Stadtverwaltung und die politischen Parteien: "Der Schulentwicklungsplan ist eine reine Zahlenanalyse und sagt über die Qualität von Schulen überhaupt nichts aus", erklärte Nicole Pettau.

Stadtverwaltung und Parteien folgten "blind" den dort von Hubertus Schober gegebenen Empfehlungen und verweigerten politische Gestaltung. Das zeige sich insbesondere bei der generellen Absage an einzügige Schulen: "Dass eine Schule einzügig ist, heißt doch nicht, dass sie schlecht ist", empörte sich Reinertz. Es bestehe derzeit überhaupt kein Druck zu handeln. "Alles, was gut ist, kann und soll auch so bleiben", fügte er hinzu. Das Wohl der Kinder müsse auf jeden Fall Vorrang haben vor ökonomischen Überlegungen. Man könne doch nicht einfach sagen, man habe so und so viel Raum und so und so viele Kinder, und diese dann darauf verteilen.

Das gelte insbesondere für die Grundschule am Grünen Weg, wo die Überschaubarkeit des kleinen Systems einen entscheidenden Beitrag zur Integration benachteiligter Kinder leiste, fügte Nicola Brand-Distelhoff hinzu. Obwohl sie auf Schwerin wohnt, hat sie sich aufgrund dieses Profils die Schule im Nachbarstadtteil für ihr Kind ausgesucht. Der häufig gehörte Vorwurf, eine "Eliteschule" sein zu wollen, sei angesichts dieser Tatsachen geradezu abstrus. Alle vier forderten Transparenz im Hinblick auf Kosten und Einsparpotenziale: "Das hat doch noch niemand durchgerechnet", erklärten sie.

Schulschließungen beschleunigten die Verringerung der Einwohnerzahl noch, sagte Reinertz, der als Professor für Kommunikationswissenschaften an der Uni Duisburg-Essen lehrt. Nach dieser Logik machten sich demnächst die Rathäuser selbst überflüssig. Reinertz nannte die versprochene Bürgerbeteiligung eine "Provinzposse". Hätten der Arbeitskreis nicht die Initiative ergriffen, wäre es zu gar keinem Gespräch gekommen: "Wir sind keinem begegnet, der uns gesucht hätte", sagte er. 

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