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Eine Chance für Langzeitarbeitslose

Projekt Vierteltakt

Das Projekt "Vierteltakt" will Langzeitarbeitslosen mit negativen Berufsaussichten Perspektiven eröffnen. Patrick Aschemeier (25), Marc Bisior (24) und Alexander Leidag (21) haben diese Chance genutzt und schmieden wieder Zukunftspläne.

CASTROP

von Von Michael Fritsch

, 19.05.2011
Eine Chance für Langzeitarbeitslose

Sie gehören zum Vierteltakt-Projekt: Patrick Aschemeier, Marc Bisior, Anleiter Hans-Jürgen Grötzinger und Alexander Leidag (v. l.). Es geht um nicht weniger als die Chance auf Arbeit.

Patrick Aschemeier hat die Einfassung der beiden Sandflächen auf dem Spielplatz des Parkbades Süd noch gut vor Augen: "Das Zusammenschrauben der Altreifen war das Schwierigste", berichtete er gestern bei einem Rundgang über das Gelände. Der 25-Jährige ist gestern zusammen mit seinen Kumpels Marc Bisior (24) und Alexander Leidag (21) noch einmal zurück in den Stadtgarten gekommen, wo die drei mit weiteren 15 Gleichaltrigen bis Ende März für ein paar Monate kräftig Hand angelegt haben.

Allerdings nicht als reguläre Arbeitnehmer, sondern als Teilnehmer des Projekts "Vierteltakt", das exakt zugeschnitten ist auf langzeitarbeitslose ALG II-Bezieher mit – wie es im Amtsdeutsch heißt – "negativer Integrationsprognose". Auf gut Deutsch: Ohne Schul- und Berufsabschluss, dafür häufig noch mit weiteren Handicaps – und in dieser Kombination in der Regel ohne öffentliche Hilfen nicht in die Berufswelt vermittelbar. Damit das aber trotz dieser hohen Hürden doch noch klappen kann, bedarf es eines ganzheitlichen Ansatzes. Im Rahmen einer engen pädagogischen, sozialen und fachlichen Begleitung – in diesem Fall durch den Pädagogen und gelernten Pflasterer Hans-Jürgen Grötzinger – sollen neue Antriebskräfte bei den jungen Menschen freigesetzt werden: › den Lebensweg bewusst und autonom zu gestalten › das Selbstwertgefühl und damit die soziale Stabilität zu steigern, › neue Perspektiven für die Zukunft und die berufliche Orientierung zu entwickeln, › und nicht zuletzt Qualifizierung und Vermittlung auf den ersten Arbeitsmarkt hinzubekommen.

Die Bilanz der 18 Teilnehmer, des letzten "Vierteltaktes" kann sich durchaus sehen lassen, wie Projektleiter Arndt Lehmann gestern bilanzierte: Vier haben einen Ausbildungsplatz gefunden, zwei wurden in eine Einstiegsqualifizierung vermittelt, sechs haben eine Arbeit aufgenommen, vier besuchen eine Schule, um ihren Abschluss zu verbessern, zwei besuchen einen berufsschulischen Vorbereitungskurs. "Das ist ein großer Schritt vorwärts", kommentierte Grötzinger diese Entwicklung zum Positiven. Auch für Patrick, Marc und Alexander sieht es nach ihrem Parkbad Süd-Einsatz wieder besser aus. Patrick hat eine Lehrstelle als Servicemechaniker bei der RAG in Aussicht, Marc liebäugelt mit einer Anstellung im Bereich Friedhofswesen oder als Fachlagerist und Alex würde eine Stelle als Maler oder Lackierer Spaß machen. Für Harald Schneider vom Verein "Hände weg" waren die Ein-Euro-Jobber eine riesige Hilfe: "Die haben alle einen guten Einsatz gezeigt. Ich habe nichts dagegen, wenn hier ein neues Projekt an den Start ginge", sagt er. 

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