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"Bildung darf nichts kosten"

CASTROP-RAUXEL In der Diskussion zur Bekämpfung der Kinderarmut in Castrop-Rauxel, zu der der DGB eingeladen hatte, blieben sie unter sich: knapp 30 sozial engagierte Politiker, gewerkschaftsnahe Bürger und Vertreter von Sozialeinrichtungen kamen in der Forum-Gastronomie zusammen.

von Von Peter Wulle

, 07.11.2007

Während Josef Hülsdünker als Vorsitzender der DGB-Region Emscher-Lippe deutlich machte, dass allein mit Spenden und gutem Willen die sozialen Verwerfungen in unserer Region nicht in den Griff zu kriegen seien, unterstrich die stellvertretende Bürgermeisterin Eva Steininger-Bludau die Notwendigkeit privater Initiativen. Angesichts der politischen Konstellationen in Bund und Land bleibe nur der gerade auf Anregung der Linken von der Stadt initiierte Bildungsfonds, um den Hunger der Kinder zu stillen.

Soziale Gerechtigkeit

Jenseits von Spendenaktionen müsse es das Ziel sein, "soziale Gerechtigkeit wieder zu einem Leitbild zu machen", mahnte Josef Hülsdünker eine sozial-politische Bewegung an, für die Arbeitnehmer über Parteigrenzen hinweg mobilisiert werden und auch die Kirchen gewonnen werden müssten. Bei Kinderarmut gehe es schließlich nicht nur um Essen, sondern auch um Lernmittelkosten und Bildungschancen. SPD-Ratsmitglied Daniel Molloisch postulierte dazu: "Bildung darf in einem der reichsten Länder der Erde nichts kosten - und zwar von der Kleinkindbetreuung bis zum Studium."

Viel wurde an diesem Abend auf die Hartz-IV-Gesetze geschimpft. Josef Hülsdünker bezeichnete sie als "sozial-politische Entgleisung." Ein Bürger, dem man von politischer Seite erzählen wollte, dass die durch Hartz-IV entstandenen Schieflagen ja politisch aufgearbeitet würden, sah schon das nächste Unheil kommen. "Mit dem Niedriglohn kommt doch schon eine neue Welle der Kinderarmut auf uns zu."

Konjunkturaufschwung

Udo Behrenspöhler vom DGB-Ortsverband will sich des Themas weiter annehmen. Für Josef Hülsdünker steht fest, dass sich in Politik und Gesellschaft Tiefgreifendes ändern muss: "Der Konjunkturaufschwung wird das Problem nicht annähernd lösen. Die Zukunftsfrage für unsere Region ist, ob es gelingt, aus unserem Nachwuchs Fachkräfte, Ingenieure und Wissenschaftler zu machen." Angesichts vieler Jugendlicher ohne Schulabschluss drohe die Region zurückzufallen und Kinderarmut sich zu verfestigen.

 

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