Bundesregierung weitet Liste der Risikogebiete in Europa aus

Coronavirus

Beinahe in ganz Europa hat die Bundesregierung bereits Gebiete als Corona-Risikogebiete tituliert: Drei weitere kommen hinzu. Die Liste wird immer länger - mit Konsequenzen für Urlauber.

26.09.2020, 08:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
15 von 27 EU-Ländern gelten nun zumindest teilweise als Corona-Risikogebiete, Spanien, Tschechien und Luxemburg sogar ganz.

15 von 27 EU-Ländern gelten nun zumindest teilweise als Corona-Risikogebiete, Spanien, Tschechien und Luxemburg sogar ganz. © picture alliance/dpa

Die Corona-Zahlen steigen in ganz Europa wieder stark an. Die Bundesregierung hat nun wieder einige Regionen in Europa als Risikogebiete auserkoren.

Folgende Länder und Regionen sind betroffen:

  • Luxemburg: das gesamte Land gilt als Risikogebiet.
  • Österreich: es gilt nun auch das Bundesland Tirol als Risikogebiet.
  • Tschechien: es gilt nun das gesamte Land (ohne Ausnahmen) als Risikogebiet.

15 von 27 EU-Ländern zumindest teilweise als Risikogebiete getitelt

Die Risikoliste des Robert Koch-Instituts wurde am Freitag entsprechend aktualisiert. Damit sind nun 15 von 27 EU-Ländern zumindest teilweise Corona-Risikogebiete, Spanien, Tschechien und Luxemburg sogar ganz. Polen ist das einzige der neun Nachbarländer Deutschlands, das noch nicht betroffen ist.

Die meisten tschechischen Regionen waren bereits am Mittwoch in die Risikoliste aufgenommen worden. Jetzt folgten noch die Mährisch-Schlesische Region im äußersten Osten des Landes an der Grenze zu Polen und das an Sachsen grenzende Usti (Aussig). Auch Tirol mit der Hauptstadt Innsbruck ist eine Grenzregion und zudem ein bei Deutschen sehr beliebtes Urlaubsgebiet im Sommer wie Winter. Dort liegt auch der Skiort Ischgl, der im vergangenen Winter zu den Hotspots gehörte, von denen sich die Pandemie in Europa ausbreitete.

Luxemburg grenzt an das Saarland und an Rheinland-Pfalz. Die Regierung des Großherzogtums hatte frühere Grenzschließungen und Reisewarnungen seitens Deutschlands stets kritisiert. In dem kleinen Land mit seinen etwa 630.000 Einwohnern gibt es zahlreiche Berufspendler, die regelmäßig die Grenze überqueren. Sie sind allerdings von Quarantäneregeln ausgenommen.

Reisewarnung für Tirol, Luxemburg und Tschechien

Die Reisewarnung für Tirol, Luxemburg und Tschechien folgte kurze Zeit später. Diese höchste Warnstufe des Auswärtigen Amtes ist zwar kein Reiseverbot, soll aber eine abschreckende Wirkung haben. Sie führt dazu, dass die meisten Pauschalreiseveranstalter Buchungen in die Regionen canceln. Umgekehrt hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden im Regelfall, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen und dann solange in Quarantäne, bis das Testergebnis da ist.

Reaktivierung der Reisewarnungen

Nach Ausbruch der Corona-Pandemie hatte das Auswärtige Amt am 17. März erstmals eine weltweite Reisewarnung für touristische Reisen ausgesprochen. Für mehr als 30 europäische Länder wurde sie Mitte Juni zunächst wieder aufgehoben. Schon nach wenigen Wochen mussten die Reisewarnungen für die ersten Länder aber wegen steigender Infektionszahlen wieder reaktiviert werden.

Die Einstufung als Risikogebiet und die anschließende Reisewarnung erfolgt, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen die Marke von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen übersteigt. Bei der Reisewarnung für Länder außerhalb Europas kann es bisher auch noch andere Gründe für eine Reisewarnung geben wie Einreisesperren oder Einschränkungen des Flugverkehrs. Das soll aber im Oktober geändert werden.

RND/dpa/ka