Bundesliga statt Beirut: Kritik am ZDF-“heute-journal“

Fernsehen

Mit Unverständnis haben Zuschauer auf die Berichterstattung im ZDF-“heute-journal“ reagiert. Zunächst war die mögliche Rückkehr von Fußballfans Thema, nicht die Explosion mit Toten in Beirut.

Mainz

05.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fernsehzuschauer reagierten am Dienstagabend mit Unverständnis auf die Berichterstattung im ZDF-“heute-journal“. (Symbolbild)

Fernsehzuschauer reagierten am Dienstagabend mit Unverständnis auf die Berichterstattung im ZDF-“heute-journal“. (Symbolbild) © picture alliance / dpa

Bei einer schweren Explosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut sterben Dutzende Menschen, Tausende weitere werden verletzt – das „heute-journal“ im ZDF berichtet am Dienstagabend allerdings zunächst über die mögliche Rückkehr von Fans in die Bundesligastadien. In sozialen Netzwerken sorgt das für Unverständnis.

„Das @heutejournal startet mit Fußball. Was ist mit #Beirut? Ist es was anderes, wenn so eine Katastrophe außerhalb von Europa oder Nordamerika stattfindet?“, fragt eine Nutzerin bei Twitter.

Ein anderer Nutzer schreibt: „Das @heutejournal läuft seit elf Minuten und jetzt kommt der erste Hinweis auf Beirut. Eingangsmeldung über Minuten die DFL und wie es mit Fußball und Stadionbesuchern weitergehen kann. Tja.“

„Sehe ich das gerade richtig und das @heutejournal eröffnet mit der Bundesliga? Kein Wort in der Anmoderation zu #beirut“, schreibt ein weiterer Zuschauer bei Twitter. „Mich irritiert sehr, dass das @heutejournal so priorisiert.“

Ein anderer Zuschauer kritisiert die Entscheidung mit den Worten: „Ihr macht nicht ernsthaft mit der Bundesliga auf, wo in Beirut Tausende Menschen verletzt oder getötet wurden?“

Und ein anderer schreibt an das „heute-journal“ gerichtet: „Ist nicht etwas sehr Schlimmes in Beirut passiert? Schon mitbekommen? Hmm...“

Der Social-Media-Account des „heute-journal“ reagierte zunächst nicht auf die Kritik.

Bei der Explosion am Hafen von Beirut waren am Dienstag Dutzende Menschen getötet und nach offiziellen Angaben mindestens 2500 weitere verletzt worden. Die Schäden zogen sich kilometerweit, viele Straßen der Küstenstadt waren mit Trümmern und Scherben übersät.