Bund und Länder einig: Astrazeneca wird für alle freigegeben

Coronavirus

Gegenüber dem Impfstoff von Astrazeneca gibt es Vorbehalte in der Bevölkerung. Viele wollen sich damit aber impfen lassen. Jetzt wird der Impfstoff für alle freigegeben.

Berlin

06.05.2021, 17:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit Astrazeneca sollen sich jetzt alle Menschen impfen lassen können, die wollen.

Mit Astrazeneca sollen sich jetzt alle Menschen impfen lassen können, die wollen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Der Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens Astrazeneca wird bundesweit für alle Impfwilligen freigegeben. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag nach Beratungen mit seinem Ressortkollegen aus den Ländern mit. Die Freigabe gilt für die Impfung in einer Arztpraxis.

Zudem wird es dem impfenden Arzt freigestellt, in Absprache mit dem Impfwilligen den Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfung innerhalb eines Zeitraumes von vier bis zwölf Wochen festzulegen. Bislang gilt generell eine Zwölf-Wochen-Frist.

Jetzt lesen

Gegen das Präparat des britisch-schwedischen Pharmakonzerns gibt es teils erhebliche Vorbehalte. Es wird nach dem Auftreten von Blutgerinnseln im Gehirn bei jüngeren Geimpften nur noch für über 60-Jährige eingesetzt. Andererseits gibt es viele Jüngere, die sich gerne damit impfen lassen würden, aber in der Impf-Reihenfolge noch nicht dran sind.

Bisher haben 29,5 Prozent der Bevölkerung zumindest eine Impfung erhalten. 8,3 Prozent sind vollständig geimpft, haben also erforderlichenfalls auch eine zweite Impfung erhalten.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) befürwortet zunächst weiter eine bevorzugte Impfung besonders gefährdeter Gruppen gegen Covid-19. „Nach Ansicht der Stiko sollte an der Priorisierung zunächst festgehalten werden“, teilte das Gremium am Robert Koch-Institut am Donnerstag mit.

Hohe Impfbereitschaft

Es gebe bei anhaltend hoher Impfbereitschaft einen „noch beträchtlichen Anteil an impfbereiten Personen mit hohem Risiko für einen schweren Covid-19 Verlauf, die noch keine Möglichkeit zur Impfung hatten“.

So seien rund 45 Prozent der 70- bis 79-Jährigen und fast 70 Prozent der 60 bis 69-Jährigen bisher nicht geimpft (Stand: 28. April). Es handelt sich allein in diesen beiden Gruppen nach Stiko-Angaben um 10,8 Millionen Menschen.

Auch bei jüngeren Vorerkrankten sei nur etwa ein Viertel einmal geimpft. Wenn zunehmend Impfstoff verfügbar werde, könnten in den nächsten Monaten verschiedene Gruppen parallel geimpft und Priorisierungsstufen regional zeitversetzt angepasst werden, erklärte die Kommission.

Priorisierung sinnvoll

„Dennoch ist eine Priorisierung weiterhin sinnvoll.“ Die Stiko appelliere an die Solidarität der Ärzteschaft und der gesamten Bevölkerung, „bis auf Weiteres vorrangig besonders gefährdeten Personen eine Impfung zu ermöglichen“.

Das Gremium verteidigte die getroffene Priorisierung: Dies habe dazu beigetragen, dass besonders gefährdete Menschen zuerst geimpft wurden „und dadurch schwere Covid-19- Verläufe und Todesfälle deutlich reduziert werden konnten“.

Bewohner von Pflegeheimen seien mittlerweile nahezu komplett mindestens einmal geimpft, bei den Menschen ab 80 Jahren seien es 80 Prozent. Befragungsstudien des RKI hätten ergeben, dass drei Viertel des Personals in medizinischen Einrichtungen einmal geimpft seien. „In den am höchsten priorisierten Gruppen sind damit bereits große Fortschritte erzielt worden.“

RND mit dpa

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt