Mit der Bürgermeisterwahl im September enden einige Ären im Kreis Coesfeld. Nicht nur die drei größten Städte bekommen neue Verwaltungschefs. Jetzt stehen erste Kandidaten fest.

Olfen, Nordkirchen, Herbern

, 13.01.2020, 15:29 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ob Coesfeld, Dülmen oder Lüdinghausen: Die Bürgermeister der größten Städte im Kreis scheiden mit der Kommunalwahl 2020 aus. Aber auch in anderen Orten wird es definitiv Wechsel geben. Dabei sind es nicht immer Altersgründe, die eine Neubesetzung notwendig werden lassen.

Ascheberg: Nach elf Jahren als Bürgermeister orientiert sich Bert Risthaus beruflich neu. Künftig möchte er Anwalt für Kommunen sein. Mittlerweile hat die CDU Ascheberg mit Thomas Stohldreier den ersten Kandidaten für das Bürgermeister-Amt in Ascheberg vorgestellt. Noch ist nicht klar, wie sich die anderen Parteien vor Ort entscheiden.

In Dülmen tritt der Breitbandkoordinator im Kreis Coesfeld an

Wie sieht es in anderen Städten und Gemeinden im Kreis aus? Ein erster Überblick.

Dülmen: 2009 ist Lisa Stremlau erstmals zur Bürgermeisterin der Stadt Dülmen gewählt worden und damit auch Chefin der Verwaltung. Zuvor war sie 38 Jahre als Lehrerin tätig. Die gebürtige Halteranerin wurde 1949 geboren, 1994 trat sie der SPD bei.

Ihre Nachfolge will der 39-jährige Jochen Wilms antreten. Aktuell ist er Breitbandkoordinator im Kreis Coesfeld. Wilms, der mit seiner Familie in Dülmen lebt, ist zwar Mitglied der SPD, kandidiert aber auf eigenes Risiko.

Wen die CDU in der größten Stadt des Kreises ins Rennen schickt, hat die Partei noch nicht entschieden. Sie setzt dabei auf das Votum der Mitglieder.

Drei Männer bewerben sich um die Unterstützung der CDU-Mitglieder

Um die Kandidatur bewerben sich aktuell drei Männer:

  • Carsten Hövekamp (37) ist derzeit Kämmerer der Stadt Reken. Der Merfelder hat seine Verwaltungslaufbahn bei der Stadt Dülmen gestartet.
  • Rainer Betz (52), Unternehmensberater aus Dülmen, engagiert sich bei der CDU als Vorsitzender in der Mittelstandsvereinigung.
  • Kein Parteibuch in der Tasche hat der dritte Kandidat, Speditionsunternehmer Klaus Weyer (55).

Lüdinghausen: Einen anderen Weg bei der Kandidatenfindung ist die Lüdinghauser CDU gegangen. Nur wenige Wochen nachdem der langjährige Bürgermeister Richard Borgmann seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur verkündet hatte, präsentierte die CDU mit Ansgar Mertens einen neuen Kandidaten.

Fraktionssprecher der Grünen wirft in Lüdinghausen Hut in den Ring

Vor einigen Jahren hatte Mertens zunächst eine Kandidatur für den Bundestag angekündigt, zog sie dann aber wieder zurück. Seinen Hut hat in Lüdinghausen auch Eckart Grundmann, langjähriger Fraktionssprecher der Grünen, in den Ring geworfen. Er tritt bei der Bürgermeisterwahl als Kandidat an.

Nordkirchen: In Nordkirchen darf sich Amtsinhaber Dietmar Bergmann auf eine breite Unterstützung freuen. Nachdem sich zunächst die CDU für den Amtsinhaber ausgesprochen hatte, sicherte auch die SPD dem Sozialdemokraten Bergmann die Unterstützung zu.

Olfen: In Olfen bewirbt sich Wilhelm Sendermann zum zweiten Mal um das Amt des Bürgermeisters. Die anderen Parteien haben sich noch nicht erklärt. Damit bleibt zunächst offen, wie viele Kandidaten es für das Bürgermeisteramt in Olfen geben wird.

Greven: Vom Kreis Coesfeld zur Stadt Greven wechseln will Dietrich Aden, persönlicher Referent des Landrats des Kreises Coesfeld. Der Münsteraner Jurist (31) ist Vorsitzender der münsterschen Jungen Union. Aden wird in Greven von allen CDU-Ortsverbänden unterstützt. Bislang ist Aden der einzige Bürgermeisterkandidat in Greven.

Coesfeld: Zwei Bewerber für das Bürgermeister-Amt gibt es hingegen in der Kreisstadt Coesfeld. Amtsinhaber Heinz Öhmann, seit 2003 amtierender Bürgermeister und ehemaliger Bürgermeister der Stadt Hemer, ist nicht dabei.

Um seine Nachfolge bewerben sich aktuell zwei Kandidaten.

  • Für die CDU tritt Gerrit Tranel an. Derzeit ist er als Geschäftsführer beim Zweckverband SPNV Münsterland tätig. Seit zehn Jahren ist er auch erster stellvertretender Bürgermeister in Coesfeld.
  • SPD, die Grünen, Aktiv für Coesfeld und Pro Coesfeld haben sich auf eine gemeinsame Kandidatin geeinigt - Eliza Diekmann. Die Politik- und Wirtschaftsjournalistin (33) arbeitet in der PR-Abteilung von Ernsting’s family. Bekannt geworden ist sie auch durch ihr Engagement in der Klimabewegung „Fridays for future“.

Christoph Gottheil und Sebastian Täger treten aus dem Amt heraus an

Aus dem Amt heraus treten bei der Kommunalwahl im Herbst Christoph Gottheil (Rosendahl) und Sebastian Täger (Senden) an. Der parteilose Holtwicker Geil sagte in einem Interview, dass er „langfristig im Amt bleiben und etwas bewegen will“.

„Als Bürgermeister werde ich diesmal ohne Nominierung einer Partei direkt aus dem Amt heraus kandidieren und alle im Rat vertretenen Parteien um Unterstützung bitten“, erklärte Sebastian Täger. Der CDU-Gemeindeverband hat mittlerweile angekündigt, Täger unterstützen zu wollen. Havixbecks Bürgermeister Klaus Gromöller wird sich hingegen nicht um eine weitere Amtszeit bemühen.

Überparteilicher Kandidat tritt in Nottuln an

Nottuln: Um das Nottulner Bürgermeisteramt bewirbt sich Dr. Dietmar Thönnes. Er ist überparteilicher Kandidat und wird von CDU, Grünen und FDP unterstützt. Die SPD Nottuln hat mittlerweile entschieden, keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten oder -kandidatin aufzustellen. Ob Amtsinhaberin Bürgermeisterin Manuela Mahnke (SPD) aus dem Amt heraus antritt, ist nicht bekannt.

Auch in anderen Städten und Gemeinden im Kreis Coesfeld stehen noch Personalentscheidungen an.

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