Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Bürgerbus mit Komfort-Plus: Mix aus Transporter und Linienbus vereinfacht den Einstieg

dzBürgerbus Nordkirchen

Der Bürgerbusverein Nordkirchen hat ein neues Fahrzeug. Die Sonderkonstruktion hebt den Service für eingeschränkte Fahrgäste auf ein neues Level.

Nordkirchen

, 14.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Türen auf, einsteigen und los geht‘s. Ein brandneuer Bürgerbus verbindet bald die Ortsteile Nordkirchen, Südkirchen und Capelle mit mehr Komfort. Der Bürgerbus wird auf Strecken eingesetzt, wo sich regulärer Linienverkehr wirtschaftlich nicht lohnt.

„Es war keine einfache Geburt“, sagte Bürgermeister Dietmar Bergmann bei der offiziellen Übergabe des neuen Fahrzeugs an den Bürgerbusverein am Mittwoch, 13. Februar. „Die Beschaffung war nicht ganz einfach“, sagte auch Michael Klüppels vom Regionalverkehr Münsterland (RVM). Er stieg dann auch in die Geburten-Metapher des Bürgermeisters ein: „Aus schwierigen Geburten werden die schönsten Kinder.“

Bürgerbus mit Komfort-Plus: Mix aus Transporter und Linienbus vereinfacht den Einstieg

Bürgermeister Dietmar Bergmann (r.) und Michael Klüppels von der RVM (l.) konnten das neue Fahrzeug an den Vereinsvorsitzenden Jürgen Mart übergeben. © Wilco Ruhland

Es ist seit 2006 bereits der dritte Bus seiner Art in Nordkirchen. Seiner Art ist dabei aber nicht ganz richtig. Die eher schwierige Geburt dauerte etwa drei Jahre. Grund war, dass es sich um ein ganz neues Modell handelt: eine Sonderkonstruktion auf Basis eines VW-Transporters, die in Österreich und Slowenien gefertigt wurde.

Unter anderem wurden immer wieder Nachbesserungen nötig, wie die zuletzt eingebaute Standheizung. Die großen Scheiben im Winter freizukratzen, wäre kaum machbar für die 16 ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer. Es sind vier Frauen und zwölf Männer im Durchschnittsalter von 72 Jahren.

Bürgerbus mit Komfort-Plus: Mix aus Transporter und Linienbus vereinfacht den Einstieg

Heinz-Bernd Nicolas, Technikexperte des Vereins, erklärt, dass durch die doppelflügelige Tür problemlos Rollstühle und Kinderwagen passen. Auch der Innenraum bietet viel Platz. © Wilco Ruhland

Etwa 3000 ehrenamtliche Stunden pro Jahr bedeute der Bürgerbus, erklärte Ulrich Breer, Geschäftsführer des Vereins. Seit der Inbetriebnahme des ersten Gefährts im September 2006 beförderte der Verein rund 87.000 Fahrgäste. „Es geht mit der Anzahl an Fahrern gerade noch so. Aber es wird immer enger und wäre schön, wenn wir ein kleines Polster hätten“, sagte er aber auch. Um die 20 Fahrer wäre eine optimale Zahl.

Ab dem 27. Februar soll der Bus im Linienbetrieb zum Einsatz kommen.

106.900 Euro lässt sich die Gemeinde das neue Fahrzeug kosten. 70.000 Euro kommen dabei vom Land. Den Rest trägt die Gemeinde. „Das aber gerne“, sagte Dietmar Bergmann. „Wir wollen die Mobilität weiter ausbauen. Der Bürgerbus ist ein wichtiger Teil davon“, erklärte er.

Bürgerbus mit Komfort-Plus: Mix aus Transporter und Linienbus vereinfacht den Einstieg

Gerade erst eingebaut: die Standheizung (l.). Daneben: die Steuerung für die äußerliche Fahrtzielanzeige. © Wilco Ruhland

Der neue Bus, der viel mehr als seine Vorgänger wie der kleine Bruder eines normalen Linienbusses anmutet – sowohl von innen als auch von außen – ist behindertengerecht. „Der demografische Wandel macht auch vor Nordkirchen keinen Halt“, betonte Bergmann bei der Übergabe. Das Fahrzeug ist ein sogenannter Niederflurbus.

Das heißt: Beim Einstieg müssen keine Treppen genommen werden, Rollstühle, Kinderwagen, Rollatoren oder auch Fahrräder kommen durch die breiten Türen leicht hinein und finden auch im Innenraum Stellfläche.

Bürgerbus mit Komfort-Plus: Mix aus Transporter und Linienbus vereinfacht den Einstieg

Die Ausstattung bietet sowohl für Fahrer als auch Gäste viel mehr Komfort – wie etwa die Klimaanlage. © Wilco Ruhland

Über die erhöhten Bordsteine an den Haltestellen ist der Einstieg nun nicht mehr mit einem Aufstieg gleichzusetzen. Rund die Hälfte der angesteuerten Haltestellen seien schon mit den erhöhten Bordsteinen ausgestattet, schätzte Bergmann. „Den Rest wollen wir sukzessive in den nächsten zwei bis zweieinhalb Jahren umbauen“, erklärte der Bürgermeister auf Nachfrage dieser Redaktion.

Doch auch mit den noch nicht erhöhten Bordsteinen kommt der neue Bus gut zurecht. Wie aus Linienbussen bekannt, lässt sich vor der Tür eine Rampe mit einer Traglast von 300 Kilogramm ausklappen.

Bürgerbus mit Komfort-Plus: Mix aus Transporter und Linienbus vereinfacht den Einstieg

Mit dem niedrigen Einstieg ohne Stufen lässt sich beinahe ebenerdig an hohen Bordsteinen ein- und aussteigen. Für den Fall der Fälle lässt sich aber auch eine Rollstuhlrampe ausklappen. © Wilco Ruhland

Auch weitere technische Besonderheiten erhöhen den Komfort sowohl für Fahrer als auch für Gäste: eine Fahrtzielanzeige über der Windschutzscheibe, eine Klimaanlage für die Sitzreihen der acht Fahrgastplätze oder auch eine Rückfahrkamera.

Das Fahrzeug mutet optisch mehr wie ein Kasten an als der Vorgänger: „Vom Volumen her tut sich da aber tatsächlich nicht viel“, erklärte Heinz-Bernd Nicolas. Er hatte beruflich mit Fahrzeugen zu tun und ist der Technikexperte des Vereins.

Das alte Fahrzeug, mit seinen 420.000 Kilometern, wird zurück an die RVM gegeben. „Wir schauen mal, ob sich die Materialien noch zu Geld machen lassen“, sagte Micheal Klüppels.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt