Bottrop: Das planen die neuen Besitzer des Grusellabyrinths

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Die neuen Besitzer des Grusellabyrinths sind spezialisiert auf Escape-Rooms. Hier verrät der Geschäftsführer, was er in der alten Kaue vorhat.

von Matthias Düngelhoff

Bottrop

, 01.05.2020, 05:35 Uhr / Lesedauer: 3 min

„Die DNA des Grusellabyrinths soll erhalten bleiben“, das stellt Michael Bierhahn, Geschäftsführer der neu gegründeten Erlebniswelt Grusel GmbH, klar. Die neue Firma hat die insolvente Bottroper Attraktion übernommen und plant nun den Neustart – wegen Corona unter erschwerten Bedingungen.

Der neue Besitzer sieht viel Potenzial im Grusellabyrinth. Bierhahn setzt dabei ganz auf die Faktoren Grusel und Horror. Dabei schwebt ihm eine Gruselschiene vor, die Familien und Kinder anspricht.

Die Horrorschiene soll dagegen wirklich eingefleischte Horror-Fans an die Knappenstraße locken. Dabei werden sich die Zielgruppen nicht treffen, so Bierhahn. Angedacht sei, dass vormittags und nachmittags die Attraktionen für die Familien geöffnet sind. „Dann schließen wir kurzzeitig, bauen um und öffnen für die Horrorfans.“ Dann sei der Eintritt auch erst ab 16, möglicherweise gar erst ab 18 Jahren gestattet.

Escape-Rooms in Bottrop passend zum Genre Horror und Thriller

Mit der Freizeitwirtschaft kennt Bierhahn sich aus. Der 34-Jährige ist Geschäftsführer der Paperdice Solutions. Die Firma ist der größte Anbieter von Escape-Rooms in Deutschland. Das sind Räume, in die sich die Besucher einsperren lassen und aus denen sie sich dann innerhalb einer bestimmten Zeit anhand verschiedener Rätsel und Aufgaben befreien müssen.

Hier sieht Bierhahn auch in Bottrop Möglichkeiten. Im Gespräch mit der Lokalredaktion bestätigte er erstmals, dass künftig auch in der Kaue Escape-Room-Abenteuer angeboten werden. Auch die seien dann thematisch den Genres Thriller oder Horror zugeordnet. Denn auch diese neuen Angebote sollen sich eben ganz der Linie in der Kaue anpassen.

Nach der Insolvenz war der neue Betreiber inkognito zu Gast in Bottrop

Doch was passiert mit den bisherigen Attraktionen? Aktuell liefen Mitarbeiter- und Kundenbefragungen, erklärt Bierhahn. „Das, was gut ankommt, wollen wir erhalten.“ Er gehe davon aus, dass die drei Hauptattraktionen – das eigentliche Grusellabyrinth, das Imaginarium und auch Schacht 13 – erhalten bleiben. Machten sie doch auch das Grusellabyrinth aus. Allerdings werde man gerade Schacht 13 noch stark bearbeiten und mit viel zusätzlicher Technik ausstatten. Schließlich gebe es hier Überschneidungen mit den Escape-Rooms. Den von den vorherigen Betreibern angestrebten Umbau zur Erlebnisfabrik Mystoria werde man jedoch nicht weiter verfolgen.

Bierhahn hat sich, so erzählt er, nachdem er von der Insolvenz des Grusellabyrinths erfahren hat, wenige Tage später ein Bild von der Situation gemacht. „Ich war als Besucher hier und habe erkannt, dass es einige Dinge gibt, an denen gearbeitet werden müsste, es aber auch großes Potenzial gibt.“ Und da Paperdice auf Expansionskurs ist, habe es sich angeboten, in das Bieterverfahren einzusteigen. Anfangs gab es auch noch Konkurrenten, so Bierhahn, mit Beginn der Corona-Krise und den damit verbundenen Betriebsschließungen seien die jedoch ausgestiegen.

Neue Grusellabyrinth-Betreiber stehen der Kooperation Fun-City positiv gegenüber

Paperdice sitzt in Berlin, ist jedoch mit 13 Betriebsstätten in zehn Städten aktiv. Man habe also Erfahrung, solche Freizeit-Attraktionen als Filialen zu führen. Automatierungs- und IT-Lösungen seien im Unternehmen entsprechend verbreitet und könnten auch in Bottrop zum Einsatz kommen und die Effizienz steigen. Zudem beschäftigt Paperdice auch Kulissenbauer, auch hier gebe es Überschneidungen zum Grusellabyrinth, sagt Bierhahn. Auch die Gastronomie will er fortführen und noch weiter ausbauen.

Der Geschäftsführer hat außerdem schon Kontakt zur städtischen Wirtschaftsförderung aufgenommen. Dem Projekt Fun City, der Vernetzung der Bottroper Freizeiteinrichtungen, steht er positiv gegenüber. Austausch und Kooperation seien eine gute Sache, sagt er. Auch das könne helfen bei dem Plan, das Grusellabyrinth aufs nächste Level zu heben. Die bisherigen Mitarbeiter habe man übernommen, angesichts der aktuellen Lage seien die jedoch in Kurzarbeit oder die Verträge ruhten.

Durch Corona sind nun mehr Umbauarbeiten möglich, als zunächst geplant

Dabei ist die Corona-Zwangspause Fluch und Segen zugleich. Selbstverständlich fehlen die Einnahmen. Gleichzeitig aber will Bierhahn die Phase zum Um- und Ausbau nutzen. „Wir machen jetzt auch schon mehr, als wir eigentlich geplant hatten. So nutzen wir die Zeit sinnvoll und müssen auch nur einmal die entsprechenden Genehmigungen einholen.“

Der Artikel erschien zuerst auf WAZ.de.

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