Borken bekommt ein neues „Stadthotel“ – mit Fitnessstudio und Saunen, aber ohne Kegelbahn

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Was wird eigentlich aus dem alten „Lindenhof“? Antwort: ein neues Hotel. Ein Emsländer, der in Meppen und Lingen vier Hotels betreibt, hatte von der „Betten-Knappheit“ in Borken gehört.

von Peter Berger

Borken

, 16.01.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der ehemalige „Lindenhof“ soll am 1. April als „Stadthotel“ wiedereröffnen. Derzeit laufen die Bauarbeiten in allen Gebäudeteilen auf Hochtouren. Der neue Betreiber Wolfgang Hackmann aus Meppen ist aber zuversichtlich, dass die verbleibenden zweieinhalb Monate ausreichen. „Ich habe keine Lust auf Vertrösten“, sagt der schlaksige Emsländer.

„Sie schickt der Himmel“

Hackmann (51) betreibt in Meppen und Lingen insgesamt vier Hotels. Auf die Situation in Borken sei er vor gut einem Jahr zufällig aufmerksam geworden. „Abends mache ich gern Thekendienst und unterhalte mich mit den Leuten“, erzählt der Hotelier mit emsländischem Zungenschlag. Ein Stammgast, der beruflich im Vertrieb arbeite, habe ihm von der Betten-Knappheit im rund 100 Kilometer entfernten Borken berichtet. Da sei er sofort hellhörig geworden.

Der erste Eindruck nach Internet-Recherche und einer Besichtigung vor Ort: „Die Lage ist top, und Borken war mir sofort sympathisch.“ Von jetzt auf gleich habe er einen Termin bei der Borkener Stadtverwaltung bekommen. Im Rathaus sei er mit den Worten „Sie schickt der Himmel“ empfangen worden, erinnert sich Hackmann schmunzelnd. „Das ist ja mal eine Begrüßung“, habe er geantwortet.

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Im ersten Halbjahr 2019 konkretisierten sich die Absichten, sich vom Emsland ins Münsterland hinein zu erweitern. Die Parkhotel Hackmann GmbH & Co. KG pachtet die Borkener Immobilie von Sebastian Zielinski. Mit seiner Baufirma SZ-Bau saniert Zielinski den Gebäudekomplex derzeit komplett. Die Pacht läuft laut Hackmann über 15 Jahre.

Fitness-Studio und Saunen

Eigentlich habe er den bekannten Namen „Lindenhof“ übernehmen wollen, aber das habe trotz einiger Bemühungen nicht geklappt. Daher also „Stadthotel“. Das Haus wird von seiner Schwester Sabine Schnorr geleitet und einen Drei-Sterne-Standard haben. Die 60 Zimmer werden allesamt renoviert.

Dazu gehören ein Fitness-Studio und zwei Saunen plus Ruheraum, die jeweils den Hotelgästen vorbehalten bleiben. Auf die Kegelbahnen müsse er verzichten, bedauert Hackmann. Den Saal wolle er künftig auch für Trauergesellschaften öffnen. Einen vierten Hotel-Stern peilt Hackmann nicht an. So sei für diese Kategorie beispielsweise eine großzügige Hotellobby notwendig, die an diesem Standort aber nicht machbar sei.

Bis zur Restaurant-Eröffnung dauert es länger

Während ab April die ersten Gäste ins Hotel kommen, dauert es mit dem benachbarten Restaurant (ehemals „Kleine Linde“) ein bisschen länger. Hackmann will es unterverpachten. „Es gibt mehrere Bewerber“, sagt der Hotelier. Wohin die kulinarische Reise geht, will er noch nicht verraten. In den anderen Hackmann-Hotels sind beispielsweise ein Ristorante und ein Steak-Haus integriert.

Der Hotelbetrieb wurde 1986 von Hackmanns Eltern gegründet. Der Sohn stieg 1996 in das Unternehmen ein. Ein Dokument seines früheren beruflichen Schaffens, den Meisterbrief als Maurer, habe er daheim hinterm Tresen hängen. „Ich kann mir nichts Schöneres als das Hotelfach vorstellen“, sagt Hackmann heute. Für das Borkener Stadthotel plant er mit etwa 25 Mitarbeitern. Es habe erstaunlich viele Initiativbewerbungen gegeben. Viele Stellen seien bereits in trockenen Tüchern.

Künftig etwa 25 Mitarbeiter

Hackmann zeigt sich hundertprozentig überzeugt davon, dass das Stadthotel ein Aushängeschild für die Stadt wird. Als Bezirksvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) im Emsland kenne er die Situation seiner Branche bestens. Mehrere Trends stimmten ihn zuversichtlicher. Urlaub in Deutschland werde immer beliebter, ebenso die Lust auf eine kleine Auszeit vom Alltag. Für Radtouristen sei das Münsterland bekanntermaßen eine hervorragende Adresse. Im Emsland schnürten die Hotelbetreiber derzeit verstärkt Pauschalpakete auch für Wanderer.

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Das Stadthotel ist nicht das einzige Bauprojekt, das Hackmann derzeit beschäftigt. In Meppen sei der Neubau des Vier-Sterne-Hauses geplant, weil der Alt-Standort nicht mehr erweitert werden könne. Auch nach Rheine hat er seine Fühler ausgestreckt. Aus seiner emsländischen Perspektive hält Hackmann für Borken noch ein Kompliment bereit: „Sie haben hier wirklich eine schicke, gepflegte Stadt“, sagt er.

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