Bildhauerin Könitz erinnert sich an Kindheit in Mülheim

Ausstellung im Kunstmuseum

Die konzeptuelle Bildhauerin Alice Könitz präsentiert im Mülheimer Kunstmuseum die von ihr kuratierte Schau „Mülheim / Ruhr und die 1970er-Jahre“. In ihrer Wahlheimat Los Angeles betreibt die gebürtige Essenerin seit 2012 den experimentellen Ausstellungsraum „Los Angeles Museum of Art (Lamoa)“, eine Plattform für ihre Künstler-Kollegen. Auch in Mülheim hat sie dieses Konzept umgesetzt.

MÜLHEIM

12.09.2017, 13:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bildhauerin Könitz erinnert sich an Kindheit in Mülheim

Erdnüsse aus Aluminium von Stephanie Taylor gibt es im Kunstmuseum in Mülheim zu sehen.

So ist ein Raum mit ihren Arbeiten gestaltet, ein weiterer mit Werken von Zeitgenossen und ihrem Vater, Bildhauer Peter Könitz, und Wolfgang Liesen, die in den 70ern und 80ern in Mülheim gelebt haben. Verbindendes Element der beiden Säle ist die Ausstellungsarchitektur: Könitz hat eine Art verschachteltes Kastensystem entwickelt, das wie eine Skulptur wirkt.

Rot, Gelb, Blau dominieren den Könitz-Raum, nehmen Bezug auf den bunten Brunnen von Otto Herbert Hajek vor dem Museum. Denn bis zu ihrem 14. Lebensjahr lebte Alice Könitz in Mülheim, und ihre Installation ist eine Erinnerung an ihre Kindheit und Jugend.

Kinetisches Objekt von Könitz' Vater

Den Jeansanzug von damals hat sie nachnähen lassen, ein Kiosk und den Freibad-Springturm hat sie in Miniatur nachgebaut und auch einen Zigarettenautomaten. „Da musste ich immer für meine Mutter hin“, erzählt die Künstlerin. Im Nebenraum findet sich dieselbe Präsentationsarchitektur, nur ohne bunte Farben.

Von ihrem Vater stammt ein kinetisches Objekt, das an eine Uhr erinnert, doch der dreiteilige Zeiger hat keine Funktion. Von Liesen gibt es fantastische Ausstellungsraum-Zeichnungen sowie ein Vespa-Skelett mit Glocke. Zwei Häufchen Erdnüsse aus Aluminium schuf Stephanie Taylor, von Harry Dodge ist ein verschmutztes T-Shirt mit dem Aufdruck „Love“ zu sehen, das er auf Demonstrationen trug.

David Polzin hat Stühle und einen Schrank so verkleinert, dass sie in die Kästen des Ausstellungsdesigns passen. Videos, Reliefs, Malerei von weiteren Künstlerkollegen bestücken die abwechslungsreiche Rauminstallation.

Kunstmuseum Mülheim: „Mülheim/Ruhr und die 1970er-Jahre“, bis 4.2.2018, Synagogenplatz 1, Di-So 11-18 Uhr.